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Desinformation und Abzocke: Wie der Coronavirus-Spam um sich greift - und wie man sich schützt

Desinformation und Abzocke : Wie der Coronavirus-Spam um sich greift - und wie man sich schützt

Anfang Februar ging es los mit den Spam-Mails rund ums neuartige Coronavirus. Nun folgen Fake-Shops und Messenger-Kettenbriefe: Betrüger und Kriminelle schüren die Virus-Angst - und nutzen sie aus.

Wer rund ums neuartige Coronavirus vermeintlich hilfreiche Informationen per Whatsapp & Co erhält, sollte skeptisch sein. Erklären angebliche Ärzte, wie man sich vermeintlich gegen eine Infektion mit dem Virus schützt, und was man bei einer Infektion tun sollte, handelt es sich dabei ziemlich sicher um einen Kettenbrief mit unsinnigen Inhalten, berichtet das Fachportal „Heise online“.

Auffällig bei den Kettenbrief-Texten sei, dass konkrete Quellen fehlen, Erläuterungen und Ratschläge holprig übersetzt sowie schwammig bis falsch sind. Falsche Informationen zum Virus und zur Covid-19-Krankheit kursierten auch bei sozialen Medien wie Instagram. Wer sich fundiert informieren möchte, kann dies etwa bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) tun.

Selbst die Kölner Polizei warnt inzwischen vor Betrügern, die sich die Corona-Krise zu Nutze machen wollen. So gäben sie sich zum Beispiel als WHO-Mitarbeiter aus, wogegen die Weltgesundheitsorganisation eine Klarstellung auf ihrer eigenen Webseite veröffentlicht hat. Grundsätzlich würden WHO-Mitarbeiter nie E-Mail-Anhänge verschicken, um die der Empfänger nicht ausdrücklich gebeten hätte, so die Polizei Köln.

Zudem kursierten im Netz Hinweise auf Filialschließungen von Kreditinstituten. Im Zuge dessen würden Kunden angeschrieben und gebeten, auf einer präparierten Seite persönliche Daten einzugeben. Vor solchen Fallen wird ausdrücklich gewarnt.

Fake-Shops für Schutzmasken

Das Landeskriminalamt (LKS) Niedersachsen warnt indes vor Fake-Shops, die vorgeben, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gefragten und vielfach vergriffenen Schutzmasken vorrätig zu haben. Dabei würden teils Firmennamen existierender Hersteller oder Zulieferer missbraucht.

Wer bei solchen dubiosen Shops „bestellt“, ist sein Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit los, die angegebenen persönlichen Daten sowieso - und hat am Ende auch keine Maske.

Auf die Seiten der Fake-Shops gelangen Nutzerinnen und Nutzer etwa über Suchmaschinen oder Links in Mails. Allerdings sollte man auf solche Links gar nicht erst klicken, weil nicht auszuschließen ist, dass man gleich auf Webseiten mit Schadsoftware landet.

Desinfektionsmittel könnte nächster Köder sein

Auch im Anhang der Spam-Mails können Viren und Würmer lauern, etwa in Gestalt angeblicher Textdokumente oder Videos mit Schutzanleitungen. Solche Anhänge öffnet man also am besten gar nicht erst, sondern löscht gleich die ganze Mail.

Das LKA weist darauf hin, dass die Betrüger nach den Schutzmasken künftig weitere gefragte und knappe Artikel wie Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel in ihr Spam-Repertoire aufnehmen und als Köder für Spam, Phishing und Betrügereien einsetzen könnten.

(mit Material von dpa)