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Facebook: Aktivitäten außerhalb von Facebook - neues Tool eingeführt

Tool für mehr Transparenz : Diese Seiten und Apps geben Daten an Facebook weiter

Fragen Sie sich auch manchmal, warum Ihnen Facebook Anzeigen vorschlägt, die kürzlich erworbene oder gesuchte Produkte anpreisen? Wie das funktioniert und welche Daten von wem an Facebook weitergegeben werden, zeigt nun ein neues Tool des sozialen Netzwerks.

Haben Sie noch einen Überblick, welche Daten Sie an Facebook übermitteln? In Zeiten, in denen viele Apps, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem sozialen Netzwerk zu tun haben, etwa einen Login über Facebook ermöglichen, ist das zugegebenermaßen alles anderes als leicht.

Für etwas mehr Durchblick will das Unternehmen von Gründer Mark Zuckerberg nun selbst sorgen. Eine neue Funktion namens „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ soll dabei helfen. „Als Aktivitäten außerhalb von Facebook bezeichnen wir Informationen zu deinen Interaktionen mit Unternehmen und Organisationen, die letztere mit uns teilen. Als Interaktion gilt zum Beispiel, wenn du eine App öffnest oder eine Website besuchst“, heißt es in einer Erklärung. Was in Ländern wie etwa Irland oder Spanien schon seit vergangenem Jahr möglich ist, geht nun also auch in Deutschland.

Als Aktivitäten außerhalb von Facebook bezeichnet das Unternehmen Informationen, die Unternehmen und Organisationen über die Interaktionen des Users mit dem Unternehmen teilen. Interaktionen seien etwa ein Besuch einer Webseite oder die Anmeldung bei einer App des Unternehmens über Facebook. Wie aber gelangen diese Informationen nun zu Facebook?

Zu Erklärung hat Facebook ein Beispiel veröffentlicht:

  • 1. Schritt: Tanja kauft bei einem Bekleidungs-Store online ein Paar Schuhe.
  • 2. Schritt: Der Store verwendet die Business-Tools von Facebook und sendet so die Infos über Tanjas Aktivitäten.
  • 3. Schritt: Facebook erhält die Informationen zu Tanjas Aktivitäten außerhalb von Facebook und speichert diese in ihrem Facebook-Konto. Die Aktivitäten werden gespeichert als „hat die Bekleidungs-Website besucht“ und „hat einen Kauf getätigt“.
  • 4. Schritt: Tanja sieht auf Facebook eine Werbeanzeige mit einem 10 %-Rabattgutschein auf ihren nächsten Einkauf in dem Online-Store.

Sehen, welche Seiten Daten an Facebook weitergeben, kann jeder Nutzer über diesen Link oder den Facebook-Reiter „Einstellungen“. Dort wählt man den Punkt „Deine Facebook-Informationen“ und anschließend „Aktivitäten außerhalb von Facebook“.

Danach gelangt der Nutzer auf eine Übersichtsseite, die alle Apps und Webseiten zeigt, die Informationen mit Facebook geteilt haben. Wer noch mehr darüber erfahren möchte, kann sich nach einem Klick auf eine der angezeigten Apps oder Seiten seine Aktivitätsdetails herunterladen. Facebook erstellt dann eine Kopie der Daten, die das Unternehmen über den Nutzer gesammelt hat. Dies kann einige Minuten dauern. Das Ergebnis am Ende: Das nahezu komplette digitale Leben auf einen Blick - versteckt allerdings in einem wahren Datenberg.

Die Aktivitäten außerhalb von Facebook werden im Dateiordner „apps_and_business“ angezeigt. Dort sind die Daten durchnummeriert. Ein Klick auf eine der Dateien und es öffnet sich eine Liste eines Unternehmens und der gesammelten Daten - also beispielsweise Seitenbesuche oder ähnliches. Leider sind auch diese Daten nicht sehr schlüssig, da sie hinter Zahlenkombinationen verdeckt sind. Aber immerhin zeigt Facebook so, welche Menge an Daten gesammelt werden.

Übrigens: Wer auf der Facebook-Übersichtsseite aller Apps und Websites nach unten scrollt, kann dort auch die Nutzung künftiger durch die ausgewählte App oder Webseite erfassten Daten deaktivieren. Zwar erhält Facebook auch dann weiterhin Informationen zu den Aktivitäten des Nutzers dort - „zur Verbesserung unserer Werbesysteme“ - verknüpft die allerdings nicht mehr mit dem Konto des Nutzers, so dass dieser etwa weniger auf den Nutzer zugeschriebene Reklame angezeigt bekommt.