GA-Dialog "Bonner Leben im Norden": Diese Themen beschäftigen die Bürger im Bonner Norden

GA-Dialog "Bonner Leben im Norden" : Diese Themen beschäftigen die Bürger im Bonner Norden

Beim GA-Dialog „Bonner Leben im Norden“ sprachen Podiumsteilnehmer und Gäste im Haus Müllestumpe über ihre Lebensqualität und was sich daran verbessern ließe.

Das Haus Müllestumpe, in dem der GA-Dialog am Dienstagabend stattfand, ist ja ein Idyll umgeben von Bäumen, unweit fließt der Rheindorfer Bach. So ruhig ist es nicht überall in den Ortschaften Graurheindorf, Auerberg und Buschdorf, die im Mittelpunkt der Diskussion mit deren Bürgern standen. Vor allem der Durchfahrtsverkehr über Kölnstraße und An der Josefshöhe, der damit verbundene Lärm für Anlieger, ein verbesserungswürdiger Nahverkehr, der Wert von Naherholung und die gefühlte Sicherheit kamen zur Sprache. Und zwar nicht nur von den Podiumsgästen Petra Gimbel-Baecker (Ortsfestausschuss Buschdorf), Michael Moser (Ortsausschuss Graurheindorf) und Jürgen Haffke (Ortsausschuss Auerberg), sondern auch durch die Gäste.

Verkehr: Mit dem innerörtlichen Verkehr, sagte ein Zuhörer, könne man sicher zurechtkommen. „Das Problem sind die Durchgangsverkehre.“ Eine Anwohnerin der Josefshöhe empfindet den dadurch entstehenden Lärm als störend, nicht nur für die eigene Familie, „auch für Schulen, Kitas, ein Seniorenheim und die vielen spielenden Kinder“. Haffke sieht die benannten Straßen, aber auch Nebenstraßen wie Engländerweg und Estermannstraße als Ausweichrouten für Autofahrer, die in Bornheim abfahren, um das Nadelöhr am Verteilerkreis zu meiden und ab Abfahrt Auerberg über die Nordbrücke zu gelangen.

Eine zusätzliche Rheinquerung wie sie bei Wesseling geplant sei, könne sicher einen Teil der Pendler auf die rechte Rheinseite aus dem Bonner Norden fernhalten. Aber zugleich forderte er den Ausbau von Radschnellwegen wie den in der Kommunalpolitik diskutierten im Zuge der Erneuerung des „Tausendfüßlers“ und nicht den reinen Fokus auf Autostraßen.Gimbel-Baecker sieht bei vielen Baustellen ein schlechtes Baumanagement. Ziel von Stadt und Landesbetrieb müsse es sein, durch längere Arbeitszeiten vor Ort, Baustellen auf viel befahrenen Straßen so schnell wie möglich abzuwickeln.

Aus dem Publikum meldete sich ein Bürger zu Wort, der die Auffassung vertrat, die Stadt habe bei ihrer Ansiedlungspolitik zu lange auf die Trennung von Wohnungs- und Arbeitsvierteln gesetzt. „Wenn Menschen an einem Ort wohnen und arbeiten, mindert das den Verkehr.“ Ein anderer hielte einen Ringverkehr zwischen Buschdorf, Auerberg und Graurheindorf für sinnvoll für einen flüssigeren Verkehr. Denkbare und im ÖPNV-Bedarfsplan NRW abgemeldete Verlängerungen der Straßenbahnlinie 61 oder der Stadtbahnlinie 63 bis in die Ortsmitte Buschdorf und die Einrichtung von Park & Ride-Parkplätzen wurden als sinnig angesprochen. Auf viel Zustimmung stießen Kommentare, dass aktuelle Tarife für Einzelfahrten im Verkehrsverbund zu teuer seien.

Sicherheit:Die von der Polizei registrierten Straftaten sind im Bonner Norden rückläufig, die „gefühlte Sicherheit“ stünde aber auf einem anderen Papier, antwortete Moser auf eine Frage von GA-Moderator Rüdiger Franz, der den Dialog moderierte. „Viele, mit denen ich spreche haben Angst im Dunkeln auf der Straße.“ Eine 19-Jährige erklärte, bei ihr und ihren Eltern sei in neun Jahren sechs Mal eingebrochen worden. „Da fühlt man sich nicht sicher.“ In der Estermannstraße in Graurheindorf müsse sie oft auf der Straße laufen, weil der Bürgersteig zugeparkt sei. Haffke sprach davon, der Straßburger Weg sei viel zu dunkel und benötige mehr Laternen. Am 4. April solle zum Thema Sicherheit eine Veranstaltung des Ortsausschusses in der Turnhalle der Bernhardschule stattfinden. In Buschdorf beobachtet Gimbel-Baecker keine Zunahme von Verbrechen in den letzten Jahren, „aber ein Fahrrad können Sie nicht vor der Tür stehen lassen.“

Lebensqualität: Was den drei Ortsteilen offenbar fehlt, ist ein Treffpunkt, an dem sich 100 bis 200 Bürger treffen könnten. Ein Ort des zentralen Austauschs sozusagen. Diskussionsstoff gibt es offenkundig genug: Mit den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt ist auch die Verlegung des Rheindorfer Baches vorgesehen. Aus Sicht der Ortsausschüsse Auerberg und Graurheindorf bedarf es nicht nur dem Schutz, sondern auch der Aufwertung des Landschaftsschutzgebietes als Naherholungsgebiet ohne eine Bebauung.

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