Neubau in Bonn: UN-Campus wird um 18-stöckiges Hochhaus erweitert

Neubau in Bonn : UN-Campus wird um 18-stöckiges Hochhaus erweitert

Bonns Skyline wächst: Ein 18-stöckiger Neubau entsteht zurzeit auf dem UN-Campus am Bonner Rheinufer. Das Hochhaus soll Ende 2020 fertig sein, Kosten und Bauzeit liegen im Plan.

Das Hochhaus der Vereinten Nationen wächst Geschoss um Geschoss, und mittlerweile sind die Bauarbeiter mit dem Rohbau im zwölften Stock angelangt. Ein paar Stockwerke darunter beginnen sie schon, die Glasfassade zu errichten. Von dort aus wird man unter anderem aus Wintergärten, die über zwei Etagen reichen, auf den Rhein blicken können – in direkter Nachbarschaft des Alten Wasserwerks, des Pumpenhauses und des Vizekanzlerbaus.

„Für den Sommer ist ein Richtfest vorgesehen“, sagt Sandra Schrei, Sprecherin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Die Behörde betreut das Projekt, allerdings nur während der Bauzeit. Eigentümerin und Bauherrin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) mit Sitz in Bonn. Sie trägt auch die Gesamtkosten von rund 72 Millionen Euro, die ebenso wie die Bauzeit im Plan lägen.

8400 Quadratmeter

Ende 2020, etwa vier Jahre nach der Grundsteinlegung, sollen alle 18 Stockwerke bezugsfertig sein. Erst danach wird das Hochhaus an die Vereinten Nationen übergeben, die die 330 Arbeitsplätze für ihr Klimasekretariat nutzen werden. Die Bima bleibt Eigentümerin des Gebäudes und vermietet es nach der Fertigstellung an das Auswärtige Amt. „Aufgrund von völkerrechtlichen Vereinbarungen stellt das Auswärtige Amt den Vereinten Nationen diese Liegenschaft mietfrei zur Verfügung“, heißt es von der Bima.

„Das alte Abgeordnetenhochhaus und der Lange Eugen bieten nicht ausreichend Platz für alle UN-Organisationen in Bonn, geschweige denn für potenziellen künftigen Zuwachs“, so ein UN-Sprecher. Daher sind die rund 500 Mitarbeiter des Klimasekretariats auf die zwei Gebäude am UN-Campus und das Haus Carstanjen in Plittersdorf verteilt. „Nach Fertigstellung des Neubaus wird das Klimasekretariat auf dem UN-Campus vereint sein.“

Auf einer Grundfläche von etwa 20 mal 30 Metern entstehen 17 Ober- und drei Untergeschosse, die reine Nutzfläche liegt bei rund 8400 Quadratmetern. Das 18. Stockwerk ist nur ein Staffelgeschoss, dass der Haustechnik dient. Nur wenige Hundert Meter vom Langen Eugen und dem Post Tower entfernt, wirkt der Neubau fast zierlich, wenn man ihn derzeit von der anderen Rheinseite aus betrachtet. „Genau darum ging es, als wir die Pläne für den UN-Erweiterungsbau entworfen haben“, erklärt der Berliner Architekt Stefan Lippert. Eingebettet in viel Grün soll das Hochhaus „der UN zum Stresemannufer hin Präsenz verleihen“.

Energiesparendes Passivhaus mit Aussicht

Zudem ist das Gebäude als energiesparendes Passivhaus konzipiert. Ein geothermischer Brunnen soll als regenerative Energiequelle dienen. Dessen Wasser wird über Wärmetauscher als Kühlung und Heizung genutzt. Um Trinkwasser zu sparen, werden damit sogar die Toiletten gespült.

Wenn das Hochhaus erst einmal fertig ist, wird es nicht nur um sich herum viel Natur haben: Die Wintergärten, die nach Lipperts Idee Rastplätze im Büroalltag sein sollen, sind eine vertikale Fortsetzung des grünen Campus. Die Glasfassade, die bereits über sechs Stockwerke reicht, lässt sich dort mit ihren Lamellenfenstern öffnen. Speziell angefertigte Wendeltreppen führen vom oberen Geschoss nach unten. Die dritte von insgesamt vier Treppen – für jeden Wintergarten eine – ist laut des Herstellers Klevenz in der vergangen Woche installiert worden.

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