Schöne Bürgerstochter: Die schönste Bonnerin

Schöne Bürgerstochter : Die schönste Bonnerin

Der schönen Müllerstochter begegnen wir im Märchen, der schönen Bürgerstochter im General-Anzeiger. In der Ausgabe vom 4. März 1925 widmet sich der Heimatchronist der schicksalhaften Geschichte der Gräfin Babette Belderbusch, geborene Koch, deren Schönheit Ende des 18. Jahrhunderts viele junge Männer in das Wirtshaus ihrer Mutter auf dem Markt zog: "Im Zehrgarten" schmachteten die Freier der "Wirtin Töchterlein" an.

Beethovens Jugendfreund,der spätere Geheime MedizinalratDr. Wegeler in Koblenz, urteilteüber die schöne Bonnerin:"Sie war eine Dame, welche vonallen Personen des weiblichenGeschlechts, die ich in meinemziemlich bewegten Leben biszum hohen Alter hinaus kennenlernte, dem Ideal eines vollkommenenFrauenzimmers amnächsten stand. Ich übertreibenicht, denn diese meine Behauptungwird von allen bestätigt, die das Glück hatten, ihrnahe zu stehen."

Das größte Glück erfuhr derjunge Graf Anton Belderbusch,der die allseits als "Schönheitvon Bonn" bekannte bürgerlicheAnna Barbara Koch als Brautheimführte. Belderbuschs Liebeüberwand die Schwierigkeitendieser "Heirat unter seinemStande", und es soll eine sehrglückliche Ehe gewesen sein.1803 wurde der Graf Bürgermeistervon Bonn, doch dieEheleute hatten nicht lange Zeit,ihr Glück zu genießen.

Am 27. November 1807 starbBabette von Belderbusch in jungenJahren – das genaue Alterwird nicht genannt. Ihr Gatte,ihre drei Kinder und ihre Mutterweinten an ihrem Grabe. Ein alterJugendfreund rezitierte seinKlage-Lied, das tröstlich endet:"Im Genuß der größten Seeligkeiten,/In der größten WonneHochgefühl/ Schallt schon ihrHosanna durch den Himmel/Und in Engel-Chören ihr Gesang."Hach!

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