Zum Kurfürstlichen Beethovenfest entstehen in Bad Godesberg historische Kleider

„Kurfürstliches Beethovenfest“ : Deshalb entstehen in Bad Godesberg historische Kleider

Egal ob Kleider oder Hüte: In Bad Godesberg werden derzeit Roben und Accessoires aus dem 18. Jahrhundert hergestellt. Wer ebenfalls gerne historische Kleidung nähen möchte, kann an Workshops teilnehmen.

Der Geburtstag Ludwig van Beethovens jährt sich – das wissen vermutlich die meisten Bad Godesberger – 2020 zum 250. Mal. Grund genug für den Verein KuKuG (Kunst & Kultur Bad Godesberg) ein dreitägiges „Kurfürstliches Beethovenfest“ auf die Beine zu stellen. Dabei, so der Plan, sollen sich möglichst viele Teilnehmer, aber auch Gäste historisch präsentieren. und in Kostümen entlang von kurfürstlicher Zeile und Redoute flanieren. Doch woher sollen die prächtigen Roben kommen? Hilfe gibt es in einem Workshop, der im Haus der Familie stattfindet.

An modernen Nähmaschinen entsteht Kleidung des 18. Jahrhunderts. Unterstützung gibt es von Schneiderin Andrea Gerwens und Beate Marks-Hanßen von der Event-Agentur PurPurVilla, die neben der Stadt und Knauber zu den Kooperationspartnern des Projekts gehört. Zunächst stand ein Einführungstermin auf dem Programm. Dabei wurde besprochen, „welche Kleider, welche Stoffe und welche Schnitte damals für die Kleidung verwendet wurden“, sagt Gerwens. Auch „intensive Recherche und Schnittkonstruktion“ haben im Vorfeld eine wichtige Rolle gespielt, ergänzt Marks-Hanßen. „Dabei steckt die Liebe in den Details und der Auswahl der passenden Accessoires.“

Mit dabei ist die neunjährige Sabeth, die ihrer Mutter beim Nähen über die Schulter schaut. Und sie hier und da unterstützt. Der Komponist gehört für die Neunjährige übrigens zu ihrem Alltag dazu. Schließlich besucht sie aktuell die Beethovenschule in Bad Godesberg. Teilnehmerin Stefanie Stueber arbeitet konzentriert an ihrem leichten Sommerkleid. Das soll übrigens nicht „nur“ im historischen Ambiente des geplanten Festes glänzen. Es soll auch für andere Feiern genutzt werde, verrät Stueber.

Reifröcke, wie sie damals modern waren, gibt es nicht. Diese wären zu kompliziert zu nähen, erklärt Marks-Hansen. Und aus welchen Materialien werden die Kleider hergestellt? „Jeder hat seinen zur Verarbeitung ausgewählten Stoff selbst mitgebracht“, sagt Marks-Hansen. Das bestätigt ein Blick zu den Arbeitstischen. Dort sind die Hobbynäherinnen mit verschiedensten Materialien zugange. Da werden Baumwolle und Seide, aber auch Leinen verarbeitet. „Wir versuchen, hauptsächlich Naturstoffe zu verwenden“, heißt es an einem der Arbeitstische.

Angesagt ist „lässige Mode aus der Zeit von Beethoven mit geschnürter Taille“, sagt Anne Gronski von KuKuG. Eine Auswahl an Strohhüten liege auch schon bereit, „die mit aus Papier kreiertem Blumenschmuck oder mit Straußenfedern geschmückt werden“. Und eine Teilnehmerin fügt hinzu: „Wir empfehlen, die vielleicht gewünschte Perücke passend zum Kleid dazu zu kaufen“.

Wer ebenfalls gerne historische Kleidung nähen möchte, den Einstieg in den Kurs aber verpasst hat, kann sich freuen: Weitere Workshops sind zu Beginn des Jahres 2020 vorgesehen, versprechen Gerwens und Marks-Hanßen.

Darüber hinaus können sich Interessierte außerdem noch in der Bundeskunsthalle inspirieren lassen. Ab Mitte Dezember ist dort unter dem Titel „Beethoven – Welt.Bürger.Musik“ die zentrale Ausstellung zum Jubiläumsjahr in Bonn zu sehen. Sie bietet spannende Einblicke in die Zeit, in der Ludwig van Beethoven lebte und arbeitete. „Rund 250 Objekte, darunter zahlreiche Original-Exponate aus den Beständen des Beethoven-Hauses sowie Leihgaben aus deutschen und internationalen Sammlungen, zeichnen ein facettenreiches Bild des Künstlers und Menschen Beethoven vor einem lebendigen Zeitpanorama“, heißt es in der Beschreibung der Ausstellung, die bis zum 26. April 2020 zu sehen ist. In der Schau spielt – natürlich – auch die Mode eine Rolle. So werden die Besucher zum Teil mit Originalkleidung in die Vergangenheit entführt.

Wer an einem Nähkurs für das „Kurfürstliche Beethovenfest“ teilnehmen möchte, sollte sich mit dem Verein KuKuG in Verbindung setzen: info@kukug.de bzw. www.kukug.de.

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