Anwohner der Friesdorfer Straße wollen das Areal an der Michaelschule beleben

Bad Godesberger setzen sich ein : Anwohner entwickeln Konzepte für die Michaelschule

Mit verschiedenen Projekten wollen Anwohner wollen das Gelände der alten Michaelschule an der Friesdorfer Straße beleben. Foodsharing, Urban Gardening und ein Bücherschranke sind einige der Ideen, die die Gruppe umsetzen möchte.

Die alte Michaelschule an der Friesdorfer Straße verfällt zusehends. Die Gebäude stehen größtenteils leer, Schmierereien und Vandalismus prägen das Bild. Das soll sich nach Wunsch einiger Anlieger nun ändern. Ihr Ziel: Das Areal soll belebt werden – zum Beispiel durch eine „Fair-Teilstation für Foodsharing“, einen Bücherschrank und ein „Urban-Gardening-Projekt“. Ein Trend, den es zu stärken gelte: „Es ziehen immer mehr Familien an die Friesdorfer Straße“, so die Anlieger. Ambiente und Verkehrslage müssten so gestaltet werden, „dass sich viele Menschen in der Umgebung niederlassen wollen“.

Jahrelang habe sich rund um die Michaelschule nichts getan, das Gelände veröde und verwahrlose. Dem wolle man bewusst entgegenwirken. Und habe dann vergangenes Jahr selbst angepackt, berichten die Anwohner. Seitdem hat sich einiges getan: So gab es zum Beispiel im Dezember eine Adventsaktion, die Turnhalle der Michaelschule wurde von totem Gestrüpp befreit, auch eine Ortsbegehung stand auf dem Programm. Genau wie Pflanzaktionen, ein „Diner en Blanc“ und gemeinschaftliches Müllsammeln.

Als nächstes wollen die Anlieger das Schulgelände verschönern — obwohl die Zukunft des Areals noch ungewiss ist (siehe Artikel „Zukunft der Michaelschule“). Ihre Maßnahmen könnten gegebenenfalls in eine spätere, verbesserte Nutzung des Geländes integriert werden, so die Argumentation, die die Politik — neben dem Engagement — überzeugte. In ihrer Sitzung am Mittwochabend votierte die Bezirksvertretung einstimmig für den entsprechenden Bürgerantrag. Außerdem gab es weitere Schützenhilfe von der SPD. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, zügig eine Tischtennisplatte auf dem Schulhof aufzustellen, um das bürgerschaftliche Engagement zu unterstützen.

Dies sei übergangsweise möglich, hieß es von der Verwaltung. Anfang 2020, wenn der dortige Kanal saniert wird, müsste sie allerdings wieder weichen – bis die Arbeiten beendet sind. Dann könne laut Verwaltung „dauerhaft eine Tischtennisplatte vorgesehen werden“.

Doch was genau wollen die Anwohner umsetzen?

■ „Fair-Teilstation für Foodsharing“: Fast täglich gebe es Freiwillige in Bad Godesberg, „die aus lokalen Bäckereien und Geschäften Lebensmittel ‚retten’ und der Allgemeinheit zu Verfügung stellen“, heißt es in dem Bürgerantrag. Einen zentralen Umschlagplatz für Lebensmittel gebe es im Stadtbezirk bislang noch nicht. Diese soll auf dem Schulhof eingerichtet werden. Er sei öffentlich zugänglich und liege zentral. Außerdem seien einige Anlieger der Friesdorfer Straße bei der Initiative Foodsharing aktiv, die Station könnte also ohne Probleme überwacht und kontrolliert werden. Geplant ist, zunächst eine Station ohne Kühlschrank einzurichten. Später könnte über eine Erweiterung nachgedacht werden. Die Lebensmittel werden gratis abgegeben. Außerdem soll es Informationen zu den Themen Verschwendung von und der Umgang mit Lebensmitteln geben.

■ Bücherschrank: Die Anwohner möchten den Ort, an dem Bücher kostenlos, anonym und ohne Formalitäten „zum Tausch oder zur Mitnahme angeboten werden“, selbst bauen. Außerdem wollen sie „seine ordnungsgemäße Nutzung überwachen“.

„Urban-Gardening-Projekt“: In einer spontanen Aktion haben einige Anwohner im Sommer 2019 die „völlig verwilderten Pflanzkästen auf dem Schulhof bepflanzt“, so die Bürger in ihrem Antrag. Diese Bepflanzung sei bis heute erhalten geblieben und werde gepflegt. „Es gibt Bestrebungen, diese Aktion schrittweise zu einem Urban-Gardening-Projekt auszubauen.“