Bonn-Mehlem: Post-Filiale überfallen - Täter auf der Flucht

Raub auf Postfiliale in Bonn-Mehlem : Polizei sucht nach bewaffnetem Überfall weiter Zeugen

Eine Woche nach dem bewaffneten Überfall auf eine Postfiliale in Bonn-Mehlem bittet die Polizei erneut um Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen.

Es war am frühen Freitagmorgen, 25. Oktober, als eine Mitarbeiterin der Postfiliale an der Mainzer Straße gegen 6.35 Uhrüberfallen wurde. Die Angestellte war gerade dabei, die Hintertür des Geschäfts zu öffnen, als zwei Männer sie in den Laden drängten und sie vermutlich mit einer Schusswaffe bedrohten. Das Duo forderte die 51-Jährige auf, ihm Bargeld auszuhändigen. Was die Frau laut Polizeibericht auch tat. Wie der GA vor Ort erfuhr, soll die Angestellte das Geld aus einem Tresor geholt haben.

Die beiden Männer verließen die Räume durch den Hintereingang und flüchteten - vermutlich mit einem Auto - in Richtung Süden. Eine sofort eingeleitete Nahbereichs- und Ringalarmfahndung blieb jedoch erfolglos.

Zur Tatzeit habe eine Zeugin ein Auto beobachtet, welches vom Tatort zunächst in Richtung Bonn fuhr, dann in der Ackerstraße wendete und mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Landesgrenze Rheinland-Pfalz davonfuhr. Eine Beteiligung an dem Tatgeschehen kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei. Bislang fehlt von den Tätern jede Spur.

Wer die Unbekannten am Freitag, 25. Oktober, in der Zeit zwischen 6 Uhr und 6.45 Uhr im Bereich Bonn-Mehlem beobachtet hat oder Hinweise zu ihrer Identität geben kann, meldet sich unter 0228/150.

Beschrieben werden die Männer nach Auskunft der Beamten auf Grundlage von Zeugenangaben. Demnach sind sie beide ungefähr 1,80 Meter groß und haben eine schlanke Statur. Sie waren zur Tatzeit dunkel gekleidet. Weitere Hinweise zu ihrem Äußeren gibt es nicht, da sie wohl voll maskiert waren.

Der Raub in Mehlem ist kein Einzelfall

Generell seien Überfälle auf Postfilialen eher die Ausnahme, teilte ein Sprecher des Unternehmens auf GA-Anfrage mit. Das liege wohl auch an den umfangreichen Maßnahmen, mit denen die Gebäude gesichert würden. Wie diese aussehen, wollte der Sprecher nicht verraten. "Das treten wir nicht in der Öffentlichkeit breit", sagte er. Nur so viel: Das Unternehmen stehe in stetigem Austausch unter anderem mit Polizei und Arbeitsschutz, um seine Filialen zu sichern.

Der Raub in Mehlem ist kein Einzelfall. So verzeichnete die Bonner Polizei, die für das Bonner Stadtgebiet, Bad Honnef, Königswinter und den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis zuständig ist, im vergangenen Jahr 29 Raubüberfälle auf Zahlstellen und Geschäfte, so Polizeisprecher Simon Rott. Die Aufklärungsquote kann sich sehen lassen: In 24 Fällen wurden die Täter ermittelt, darunter waren zwei 19 und 26 Jahre alte Männer, die zwischen August und November 2018 zehn Supermärkte und Spielhallen überfallen haben sollen. 2017 sah das anders aus. Damals registrierte die Bonner Polizei 28 Fälle, geklärt wurden acht. 2016 waren es 33 Taten, von denen 20 gelöst werden konnten. Derzeit entspannt sich die Lage ein wenig: Stand September liegen die Fallzahlen laut Rott unter denen des Vorjahreszeitraums.

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