Kritik an Verhalten der Stadt: Kein Öl: Bewohner saßen tagelang im Kalten

Kritik an Verhalten der Stadt : Kein Öl: Bewohner saßen tagelang im Kalten

Manfred Umbach machte aus seinem Ärger keinen Hehl. "Ich bin einfach nur wütend", berichtete er gestern dem General-Anzeiger. Seit Februar 2015 engagiert sich der 80-jährige Widdiger ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Aber so etwas habe er noch nicht erlebt, führte er aus.

Am vergangenen Freitag hatten ihm Flüchtlinge, die in einem Haus in Widdig untergebracht sind, mitgeteilt, dass die Heizung nicht funktioniere und nur kaltes Wasser aus den Hähnen komme. Die Bewohner hätten zuvor vergeblich versucht, den zuständigen Hausmeister zu erreichen, so Umbach. Auch er habe dann versucht, den Hausmeister ans Telefon zu bekommen.

Ebenfalls ohne Erfolg, eine auf dem Anrufbeantworter hinterlassene Rückrufbitte sei unbeantwortet geblieben. "Ich habe dann auf eigene Faust einen Monteur gerufen", berichtete Umbach weiter. Dieser habe dann festgestellt, dass kein Öl im Tank war. "Das gibt es doch gar nicht", so der Kommentar des Widdigers dazu.

Bis zum Montag sei es ihm nicht gelungen, Kontakt mit der Stadt aufzunehmen, damit neues Öl besorgt werde. Auch der Hausmeister sei weiterhin nicht zu erreichen gewesen. Schließlich sei ihm am Montag von der Stadt mitgeteilt worden, dass man sich der Sache annehme, so Umbach.

Mehrmals habe er aber noch nachgehakt. Gestern Abend war laut Umbach das Öl dann endlich angekommen. In der Tat war Bornheims Beigeordneter Markus Schnapka am Nachmittag auf GA-Anfrage davon ausgegangen, dass der Brennstoff im Laufe des Mittwochs geliefert wird. Auch sei eine kleinere Reparatur an der Heizung erfolgt. Zugleich hatte Schnapka einen Fehler der Stadt eingeräumt: "Die Sache ist nicht gut gelaufen."

Allerdings betonte er auch, dass seine Mitarbeiter bei der Flüchtlingsversorgung enorm ausgelastet seien. Aus diesem Grund seien Fehler nicht auszuschließen. "Das Gebälk knirscht im Moment richtig", so Schnapka. Allerdings habe er die Vorkommnisse in Widdig zum Anlass genommen, eine Rufbereitschaft für die Hausmeister über die reguläre Arbeitszeit hinaus einzurichten. So soll die Kommunikation verbessert werden.

Für Umbach war das gestern wohl nur ein schwacher Trost. Er ist weiterhin sauer über das Verhalten der Stadt und die mangelhafte Kommunikation. Wie er weiter berichtete, sei eine Familie mit kleinen Kindern zwischenzeitlich zu Bekannten gegangen, um warm duschen zu können.