1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Gewerbeverein: Ziel ist es, die Bornheimer City zu stärken

Gewerbeverein : Ziel ist es, die Bornheimer City zu stärken

Die Bauarbeiten auf der Bornheimer Königstraße sind weitgehend abgeschlossen, zurzeit werden die Bäume gepflanzt, dann fehlt nur noch die abschließende Beschilderung. Deshalb will der Bornheimer Gewerbeverein die Bornheimer City durch ein Marketingkonzept weiter stärken (der GA berichtete).

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins in der Kaiserhalle stellte Marcus Schuckel, Professor für Handelsmanagement und Handelscontrolling an der Europäischen Fachhochschule in Brühl, die Vorgehensweise vor. Er moderiert und begleitet das Verfahren fachlich.

Bevor eine Strategie geplant und Maßnahmen umgesetzt werden, muss zunächst der Ist-Zustand erfasst und Ziele formuliert werden. Was sind die Stärken und Schwächen? Das ist die Frage, die zunächst beantwortet werden muss, betonte Schuckel. Dabei gibt es vermutlich Differenzen in der Selbstwahrnehmung der Unternehmer und der Kunden. "Diese Differenzen sind das eigentlich Interessante", sagte der Vorsitzende der Gewerbevereins, Norbert Nettekoven. So stehen am Anfang zum einen die Selbstbefragung der Unternehmer und eine Befragung der Kunden.

"Wann soll denn die Kundenbefragung durchgeführt werden?", wollte eine Unternehmerin wissen. Sie wies darauf hin, dass in den Ferien deutlich weniger Kunden in der Bornheimer City unterwegs sind. "Die Ferien sind keine gute Zeit für Kundenanalysen", bestätigte Schuckel.

Als nächstes wird der Arbeitskreis City-Marketing klären, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen. Dabei geht es sowohl um eine regionale Abgrenzung wie um andere Faktoren, etwa um Altersgruppen. Es sei etwas anderes, ob man ältere oder jüngere Kunden erreichen wolle. So wirbt Neuss beispielsweise mit kostenlosem WLAN und einer Internetplattform, um jüngere Kunden anzusprechen. Für ältere Kunden sind Aspekte wie Erreichbarkeit und Service wichtiger.

Auch soll das Besondere an der Bornheimer Innenstadt definiert werden. Profiliere man sich etwa als Sportstadt, dann strahle das auf Marketingmaßnahmen genauso wie auf angebotene Leistungen aus. Den Leistungen wie Qualität, Erlebnis und Sicherheit stehen Kosten für die Kunden gegenüber. Bei einer City sind dies konkret die Kosten für die Anreise und für den Parkplatz, aber auch die Zeit und andere Anstrengungen, die der Kunde auf sich nehmen muss. Erst nach diesen Analysen und strategischen Festlegungen geht es an die Planung und Umsetzung der Marketingmaßnahmen.

"Ich habe in einer Stadt Regenschirme gesehen mit dem Aufdruck ,Wir lassen sie nicht im Regen stehen', berichtete ein Gewerbetreibender. Solch eine Werbemaßnahme sollte in ein Gesamtkonzept eingebunden sein, erläuterte Schuckel, sonst verpuffe sie in kurzer Zeit wieder. Die Maßnahmen sollten zum Profil der Stadt wie zum übrigen Marketingkonzept passen.

Der Arbeitskreis City-Marketing, dem neben Mitgliedern des Gewerbevereins auch der Bornheimer Wirtschaftsförderer Sebastian Römer und der Erste Beigeordnete Manfred Schier angehören, trifft sich nach Karneval zum zweiten Mal. Danach wird die Selbstwahrnehmung Unternehmer abgefragt. Daran schließt sich die Kundenbefragung an.