Walberberger Kirchenchor: Nach 25 Jahren ist Schluss mit lustig

Walberberger Kirchenchor : Nach 25 Jahren ist Schluss mit lustig

Für die Karnevalsgruppe des Kirchenchores Sankt Cäcilia Walberberg ist nach 25 Jahren voller Büttenreden, Sketche und Liedvorträge in diesem Jahr Schluss mit karnevalistischen Auftritten. Deshalb stehen auch die beiden Narrensitzungen am Freitag und Samstag, 29. und 30. Januar, unter dem Motto "Der letzte Vorhang fällt".

"Da werden bei uns schon die Tränen fließen, wenn die letzten Worte gefallen sind", ist die einhellige Meinung der 13 Frauen und sieben Männer, von denen die meisten seit einem Vierteljahrhundert in der Karnevalsgruppe aktiv sind.

"Mir fällt es besonders schwer, da wir uns im Laufe der Jahrzehnte einen Platz unter den örtlichen Karnevalsveranstaltungen erkämpft haben", macht Hans Dieter Wirtz, Vorsitzender des Kirchenchores und Initiator der Sitzungen, deutlich. Wie immer bietet der Kirchenchor auch zum Finale ein vierstündiges Programm, das ausschließlich "handgemacht" ist.

Zum Programm wollen sich die Macher natürlich nicht äußern. Nur soviel: Büttenreden, Zwiegespräche, Sketche, Lieder und Tänze wurden selbst entworfen. Und das Lokalkolorit spielt eine große Rolle. Ein Übriges erledigen Requisiten und Kostüme. "Seit September treffen wir uns an zwei Tagen in der Woche. Das ist viel Zeit. Unsere Kinder sind zwar auch jeck, aber so viel Zeit möchten sie nicht investieren. Jetzt gibt es uns seit 25 Jahren. Das ist ein Jubiläum. Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist", findet Maria Müller. Die meisten der Protagonisten sind über 50 Jahre alt, Nachwuchs ist nicht in der Sicht.

"Auch wenn der Kirchenchor Neuzugänge zu verzeichnen hat, ist Karneval nicht jedermanns Sache. Außerdem sind bei einigen Akteuren die beruflichen Herausforderungen gewachsen, so dass sie weniger Zeit für solche Aktivitäten haben, denn nicht nur die Proben für die Auftritte, sondern auch der organisatorische Aufwand ist sehr groß", begründet Wirtz die Entscheidung.

Seit 1992 genossen die Walberberger die närrischen Sitzungen des Kirchenchores im Landhaus Wieler. Mit rund 500 Besuchern waren beide Sitzungen bisher stets ausverkauft. Ob sich die Sänger als wandelnde "4711"-Flaschen kostümierten, sich die "Drei Tenöre" vornahmen oder Nana Mouskouri parodierten - die Walberberger amüsierten sich hervorragend. "Über die Parodien von ,Schneewittchen und die sieben Zwerge' oder den Bläck Fööss spricht das Publikum noch heute.

Bei der Kölner Band mussten wir richtiggehend akrobatische Verrenkungen machen", blickt Brigitte Welter zurück. Und noch eins gehörte dazu: Während der laufenden Sitzung überlegte sich die Gruppe hinter der Bühne bereits Programmpunkte für das Folgejahr. "Das hat Spaß gemacht", sagt Franz-Josef Müller und grinst.

Er und die anderen Aktiven hatten nie Probleme, sich "selbst zum Jeck zu machen, um den Leuten eine Freude zu bereiten", bringt Wirtz das Anliegen der Karnevalsgruppe auf den Punkt. Es sei Gemeinschaftsarbeit und ein Gemeinschaftserfolg aller Aktiven vor und hinter der Bühne gewesen. "Das machte uns aus", unterstreicht Michael Lütticke. Im nächsten Jahr werden er und die anderen Karneval nur noch privat feiern. "Vielleicht schauen wir uns dann gemeinsam den Film über unsere Sitzung von dieser Session an", meint Claudia Krüger.

Der Kartenvorverkauf für die Karnevalssitzungen findet heute von 18 bis 20 Uhr im "Haus im Garten", Walburgisstraße 26 in Walberberg, statt. Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, kann auch bei der stellvertretenden Chorvorsitzenden Claudia Düx unter 0 22 27/9 21 70 58 Karten zum Preis von zwölf Euro erwerben.

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