Kreuzung in Hersel: Gefahr soll entschärft werden

Kreuzung in Hersel : Gefahr soll entschärft werden

Müssten Ortskundige der Kreuzung L 300 (Elbestraße)/L 118 (Roisdorfer Straße) am Bahnübergang in Hersel eine Note geben, sie würde wahrscheinlich nicht allzu gut ausfallen.

Weil die Ampelanlage an die Schrankenschließung der Stadtbahnlinie 16 gekoppelt ist, kommt es nicht selten zu langen Rückstaus auf der Linksabbiegerspur Richtung Herseler Gewerbegebiet und Autobahn 555. Problematisch wird es, wenn lange Sattelzüge von der L 300 links in Richtung L 118 abbiegen wollen und nicht an den auf der Linksabbiegerspur Richtung Uedorf/Widdig wartenden Autos vorbeikommen: Durch Rangiermanöver der Lkw und zurücksetzende Pkw entstehen gefährliche Situationen.

Mit einem Antrag zur Entschärfung der Kreuzung L 300/L 118 machten die Ratsmitglieder Konrad Velten und Bernd Marx sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Rüdiger Prinz, bereits Ende letzten Jahres im Stadtentwicklungsausschuss auf die Problematik aufmerksam. "Ziel unseres Antrages ist es, einen zügigeren Verkehrsabfluss zu ermöglichen", erklärte Widdigs Ortsvorsteher Konrad Velten.

Auch für seine Amtskollegen aus Uedorf und Hersel, Bernd Marx und Franz Josef Faßbender, denen die Situation vor Ort bestens bekannt ist, besteht Handlungsbedarf. "Je zügiger der Verkehr hier abfließt, desto weniger Autofahrer suchen nach Schleichwegen durch den Ort", sind sich die beiden einig. Zu den Hauptverkehrszeiten komme es auf der Linksabbiegerspur zu bis zu 400 Meter langen Rückstaus, die auch den Geradeausverkehr Richtung Norden blockieren. "Die Folge ist, dass auf den Fuß- und Radweg ausgewichen oder gleich der Weg durch die engen Dorfstraßen gewählt wird", weiß Faßbender. Da weit reichende Veränderungen, wie beispielsweise die Erneuerung der Ampelanlage derzeit nicht realisierbar sind, will die CDU mit kleinen Maßnahmen eine Verbesserung der Situation erreichen.

Konkret soll die Versetzung dreier Verkehrsschilder auf einer ansonsten nicht genutzten Verkehrsinsel großen Lkw ein weiteres Ausholen der Zugmaschinen ermöglichen. "Fakt ist, dass jeder zweite Sattelzug-Lkw die weiße Straßenmarkierung auf der Linksabbiegespur Roisdorfer Straße Richtung Uedorf/Widdig schneidet", stellt Velten fest. "Steht ein Auto an der Haltelinie schafft ein fast 20 Meter langes Fahrzeug die Kurve nur mit größter Mühe." Das Zurücksetzen der Pkw in den Gleisbereich wiederum sei sehr gefährlich.

Mit der Bitte um Stellungnahme wurde der Antrag dem Landesbetrieb Straßen NRW sowie der Polizeipräsidentin Bonn zugeleitet. Während die Rückmeldung des Landesbetriebs NRW noch aussteht, sieht die Bonner Polizeipräsidentin keinen Regelungsbedarf. "Der Bau des fraglichen Einmündungsbereichs vor einigen Jahrzehnten erfolgte auf Grundlage der einschlägigen straßenbautechnischen Richtlinien zur Ausgestaltung derartiger Verkehrsbereiche. Die notwendigen Schleppkurven zur gefahrlosen Abwicklung der Verkehrsabläufe wurden dabei ermittelt und berücksichtigt", heißt es in der Stellungnahme. Aus Sicht der Polizei sind die Linksabbiegevorgänge also ohne Gefährdung möglich.

"Theoretisch mag die Schleppkurvenberechnung stimmen", räumen die Antragsteller ein. "Die Praxiserfahrung ist aber eine andere." Die Ortsvorsteher hoffen nun auf den Landesbetrieb Straßen NRW, der auf Anfrage mitteilte, dass ein Lösungsvorschlag derzeit mit den Fachbehörden abgestimmt werde. Hierbei soll unter anderem die Straßenmarkierung geändert werden. Der Lösungsvorschlag soll nach seiner Anordnung zeitnah umgesetzt werden.