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Kehrtwende nach zwei Jahren: Waldschule in Alfter soll doch einen Neubau erhalten

Kehrtwende nach zwei Jahren : Waldschule in Alfter soll doch einen Neubau erhalten

Die Schüler und Lehrer der Schule für emotionale und soziale Entwicklung können sich auf ein modernes Schulgebäude freuen. Allerdings anders als eigentlich geplant.

Vor genau zwei Jahren hatte der Kreistag beschlossen, die Waldschule in Witterschlick umfassend zu sanieren und zu erweitern. Nun haben die Politiker eine Kehrtwende gemacht. Zwar können sich Schüler und Lehrer der kreiseigenen Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung weiterhin auf eine moderne Schule freuen, aber anders als geplant.

Bei Enthaltung der AfD hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die Schule komplett neu zu bauen. Bis das neue Gebäude steht, soll das alte an der Witterschlicker Allee weiter genutzt werden. „Es wurde nun beschlossen, dieses nicht umfangreich zu sanieren, sondern nur die brandschutztechnisch erforderlichen Maßnahmen umzusetzen“, teilte Bettina Heinrichs-Müller von der Pressestelle der Kreisverwaltung auf Anfrage des General-Anzeigers mit. Hintergrund für die Kehrtwende sind finanzielle und räumliche Überlegungen.

Neue Überlegungen aufgrund eine Kostensteigerung

2018 hatte der Kreis für Sanierung und Erweiterung noch rund 7,85 Millionen Euro angesetzt, inklusive Kosten für ein Übergangsquartier. Nach neuen Berechnungen geht die Verwaltung nun mit 11,24 Millionen Euro aus. Das liegt laut Kreis vor allem an deutlich höhere Kosten für das Interimsquartier als zunächst angesetzt.

Für Sanierung und Neubau werden nun rund 14 Millionen Euro angesetzt, allerdings hat der Kreis dann zwei Gebäude. „Da die Fertigstellung eines neuen Gebäudes einige Jahre in Anspruch nehmen wird, wird mittelfristig geprüft, ob und wie das Gebäude für eine andere Nutzung im Bereich der Förderschulen bereitgehalten werden kann“, erläuterte Heinrichs-Müller zum Altbau. Hintergrund sei die seit einigen Jahren deutliche Zunahme der Schülerzahlen an nahezu allen Förderschulen in Trägerschaft des Kreises.

Pläne für die Sanierung liegen fertig in der Schublade

In der Tat platzt die Waldschule schon jetzt aus allen Nähten. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1966 und wird seit den 1980er Jahren vom Kreis als Förderschule genutzt. Zurzeit besuchen insgesamt 58 Schüler die Waldschule in Alfter. Hinzu kommen an zwei Teilstandorten 41 Schüler in Meckenheim-Merl sowie 24 in Rheinbach.

Laut Heinrichs-Müller ist das Gebäude in Meckenheim seit 2019 für zehn Jahre angemietet: „Es wird nach aktuellem Sachstand mindestens für diesen Zeitraum als Förderschulgebäude zur Verfügung stehen müssen.“ Das Gebäude in Rheinbach ist von der Stadt angemietet und soll ihr ab August wieder zur Verfügung stehen. Der Kreis wird die Planungen für einen Neubau nun kurzfristig aufnehmen. Ein Grundstück dafür wird noch gesucht. Die Pläne für die Sanierung des Schulgebäudes an der Witterschlicker Allee liegen laut Heinrichs-Müller bereits fertig in der Schublade.