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Krötenwanderung in Impekoven: Ärger um die Krötenschranke

Krötenwanderung in Impekoven : Ärger um die Krötenschranke

Damit die Feuerwehr auf dem Weg zu Einsätzen keine Zeit verliert, soll die Absperrung in der Straße In der Asbach nicht mehr abgeschlossen werden.

Wenn die Temperaturen gegen März in die Höhe klettern, setzen sich Kröten, Frösche und Molche nach der Winterstarre in Bewegung. In Massen ziehen sie los, um ihren Laich in das Gewässer zu legen, in dem sie selbst geboren wurden. Dies wäre nicht weiter problematisch, läge nicht häufig die eine oder andere Straße auf ihrem Weg.

Denn weil Kröten und Co. nur langsam unterwegs sind, werden sie häufig von Autofahrern erfasst – zu Hunderten. Eine für die Amphibien derartig gefährliche Stelle befindet sich in Impekoven. Deshalb wird die Straße In der Asbach im Frühjahr stets durch eine sogenannte Krötenschranke abgesperrt. So hatten es einst der Umweltausschuss und der Rat der Gemeinde Alfter beschlossen. Betreut wird die Schranke seit 2006 durch die Anwohner.

In diesem Jahr soll sie jedoch nicht mehr abgeschlossen werden, nachdem die Feuerwehr Alfter einen entsprechenden Brief an die Gemeinde gerichtet hat. Anlass ist, dass die Straße Am Wormshof mit dem Auto nicht mehr wie in den vorigen Jahren befahren werden kann. Denn dort befindet sich nun eine Unterquerung für Fußgänger auf dem Weg zum Bahnsteig. Daher muss die Feuerwehr auf die Straße In der Asbach ausweichen.

„Die Feuerwehrmänner können nicht mehr für die Sicherheit garantieren, da das Öffnen der Absperrung bei einem Einsatz zu viel Zeit kostet“, erklärt Bürgermeister Rolf Schumacher. Das könnte bei einem Brand lebensgefährlich sein. In der Folge hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, die Schranke in diesem Jahr zwar beizubehalten, sie jedoch nicht mehr abzuschließen. Die Durchfahrt wäre im Falle eines Einsatzes somit schneller möglich. Dennoch, so Schumacher, sei die Straße weiterhin offiziell durch Anordnung des Kreis-Straßenverkehrsamts gesperrt. Wer den Weg widerrechtlich passiere, habe mit einer Strafe zu rechnen.

Ursula Tschiersch sieht die Forderung der Feuerwehr kritisch. Seit zwölf Jahren kümmert sie sich gemeinsam mit ihrem Mann, Ortsvorsteher Klaus Tschiersch, darum, dass möglichst wenige Amphibien unter die Räder geraten. Das Öffnen der Schranke dauert laut Tschiersch maximal elf Sekunden. Die Schranke wieder zu schließen, werde von der Feuerwehr bei einem Einsatz selbstverständlich nicht erwartet. Allerdings sei es fragwürdig, ob die Schranke, wenn sie nicht mehr abgeschlossen werde, überhaupt Sinn ergebe. „Wenn der Erste merkt, dass man die Schranke öffnen kann und die Krötenschranke aus Bequemlichkeit offen stehen lässt, hat das Ganze keinen Effekt mehr“, so Tschiersch. Dies sei mit der Tatsache, dass Kröten unter Artenschutz stünden, kaum vereinbar.