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Bauen in Alfter: Platz für 1200 neue Einwohner

Bauen in Alfter : Platz für 1200 neue Einwohner

Alfterer Kommunalpolitiker bringen Neubaugebiet Buschkauler Feld in Witterschlick auf den Weg.

Es ist der nächste Schritt für das Baugebiet Buschkauler Feld in Witterschlick. Nach intensiver Diskussion hat der Alfterer Gemeindeentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend, bei der die Rahmenplanung des Projekts vorgestellt wurde, den Weg für weitere Planungen frei gemacht.

Allerdings gaben die Kommunalpolitiker der Verwaltung die Aufgabe mit, die Auswirkungen des avisierten Neubaugebiets auf die vorhandene Infrastruktur, vor allem auf den Verkehr und die Entwässerung, näher zu untersuchen.

Wie berichtet, sieht die Rahmenplanung für die Bebauung der etwa 13,5 Hektar großen Fläche zwischen Ramelshovener Straße und Buschkauler Weg mehr als 400 Wohneinheiten, frei stehende Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser sowie Mietwohnungen vor. Des Weiteren könnten zum Übergang zum Gewerbegebiet Witterschlick-Nord auch einige Gewerbeeinheiten entstehen.

Städteplaner Ralf Thielecke vom Bonner Büro Städtebauliche Arbeitsgemeinschaft präsentierte die beiden Varianten der Rahmenplanung den Ausschussmitgliedern sowie über 30 Bürgerinnen und Bürgern, die ins Rathaus nach Oedekoven gekommen waren.

Er warb dafür, nicht nur Eigenheime für junge Familien, altersgerechtes Wohnen und Wohnungen für Geringverdiener festzuschreiben, sondern auch Aspekte wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft im Blick zu haben, um sich von den konkurrierenden Baugebieten abzusetzen. Das wirke sich auch positiv auf den Bestand aus.

Die Reaktion der Fraktionen war unterschiedlich. Barthel Schölgens (CDU) begrüßte die Rahmenplanung. „Wir brauchen uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht zwischen einer der beiden Varianten zu entscheiden“, sagte er. Auch sei es gut, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Alfter bereit sei, die Entwicklung durchzuführen, und dass Gewerbeeinheiten vorgesehen seien. Denn das bestehende Gewerbegebiet Witterschlick-Nord sei mittlerweile voll. Einzig als Problem sah Schölgens das vorhandene Gefälle von 17 Metern auf der Fläche. Die Grünen dagegen waren skeptisch, ob die Entwicklung der Fläche zu einem Baugebiet sinnvoll ist. Als Knackpunkt machten sie das Thema Verkehr aus. „Dort werden zusätzlich 450 bis 600 Fahrzeuge zu- und abfahren“, meinte Wilhelm Windhuis (Grüne). Die Folgen für den Verkehr und auch die Entwässerung müssten untersucht werden, bevor die Grünen eine Entscheidung treffen können, betonte Michael Schroerlücke.

Auch Paul Breloh (FDP) fehlten noch Informationen über die Auswirkungen auf die vorhandene Infrastruktur. „Immerhin reden wir über ein Gebiet mit Platz für rund 1200 neue Einwohner“, sagte er. Dabei hatte er mehr die Versorgungsinfrastruktur sowie Kindergärten und Schulen im Blick.

„Wir brauchen dringend Wohnraum“, unterstrich Fridhelm Marx (SPD). Und da man sich einig sei, nicht mehr, wie in der Vergangenheit geschehen, die Hänge zu bebauen, sehe er kaum eine andere Möglichkeit als dieses Gebiet zu entwickeln. Er warb dafür, nicht nur Bedenken zu haben, sondern stattdessen Ja zum Wohnraum für Familien zu sagen. Die Auswirkungen auf den Verkehr müssten jedoch untersucht werden.

Sandra Semrau (Freie Wähler) brachte als weiteren Punkt die alte Planung der Umgehungsstraße, die an dem Baugebiet entlang führte, in die Diskussion. „Wir müssen den Blick weiten“, sagte sie. Dazu gehöre es, die entstehenden Kosten im Auge zu behalten. „Die neuen Straßen und Wege werden Geld kosten“, sagte sie und erntete dafür von allen Fraktionen Kritik. „Gemeinden, die nicht wachsen, werden schrumpfen und dann werden sich die Kosten auf immer weniger Bürger verteilen“, erklärte Städteplaner Thielecke.