SPD Swisttal: Der alte Vorstand ist auch der neue

SPD Swisttal : Der alte Vorstand ist auch der neue

Bei ihrer Jahreshauptversammlung bestätigten die Swisttaler Sozialdemokraten ihre Führungsriege um Tobias Leuning. Thema des Abends war zudem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Die Swisttaler Sozialdemokraten stehen geschlossen hinter ihrem wieder gewählten Vorstand. Eindeutiger Beleg: die „wahrlich realsozialistischen Ergebnisse“, wie es der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende und Wahlleiter Folke große Deters formulierte. „Es war mein ausdrücklicher Wunsch, dass das Team wieder komplett zur Verfügung steht“, sagte der Vorsitzende Tobias Leuning. Ebenso wie er, wurden auch die übrigen Vorstandsmitglieder mit den Stimmen aller Anwesenden wieder gewählt: Hartmut Benthin und Michael Schleupner als stellvertretende Vorsitzende, Paul Adams als Kassierer und Gerd Pflaumer als Schriftführer. Beisitzerinnen sind Christa Breuer, Brigitte Leuning, Gisela Hein und Jutta Bartels.

Im Vorstandsbericht erinnerte Leuning an die Kommunal- und Bürgermeisterwahlen des vergangenen Jahres, die auch finanziell ein Kraftakt gewesen seien. „Unterm Strich ist aber beides gut gelaufen. Wir haben zwei Ratsmandate mehr geholt und unsere Bürgermeisterkandidatin Gisela Hein war nur sehr sehr knapp unterlegen“, sagte der Vorsitzende der aktuell 99 Mitglieder zählenden SPD Swisttal. In seiner Funktion als Mitglied im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft für den Rhein-Sieg-Kreis GWG erläuterte Große Deters Möglichkeiten der Förderung des sozialen Wohnungsbaus – auch für die Swisttaler SPD ein lange vernachlässigtes wichtiges Thema, zumal aus ihrer Sicht insbesondere für junge und ältere Menschen preiswerte Wohnungen fehlen. „Es kann nicht sein, dass Leute Swisttal verlassen, weil sie hier keine passende Wohnung finden. Wir müssen auch in Swisttal ans Bauen kommen“, sagte Leuning.

Problem betrifft nicht nur Hartz IV-Empfänger

Wie Große Deters erläuterte, betreffe das Problem bezahlbaren Wohnungsbaus nicht nur Hartz IV-Empfänger, sondern auch berufstätige Menschen, die für ihre Arbeit nur geringen Lohn erhalten, wie zum Beispiel Verkäuferinnen, Friseure oder Müllwerker. „Der öffentlich geförderte Wohnungsbau ist nichts für die ganz Armen. Es zieht sich bis in die Mitte der Gesellschaft“, stellte Große Deters fest. In den Vorjahren habe es nur ganz wenig öffentlich geförderten Wohnbau gegeben, im Jahr 2010 fast gar keinen. Dem gegenüber stehe wachsender Bedarf, so Große Deters. Er wies darauf hin, dass es nicht um den Bau „großer Mietskasernen“ gehe. Realisiert werden sollten gerade in den Dörfern kleinere Projekte ab sechs Einheiten, die sich in die gewachsene Bebauung einfügen.

Was Swisttal tun könne: gemeinsam mit der GWG Rhein-Sieg Projekte realisieren, obwohl Swisttal nicht zu den Anteilseigner gehört. Auch könnte Swisttal eigene Flächen der GWG zur Bebauung anbieten oder für weitere Flächen Baurecht schaffen, wenn Investoren sich verpflichten, mindestens 30 Prozent sozialen Wohnraum zu realisieren.

Überlegt werden sollte auch die Kooperation mit Bornheim, wo derzeit über die Gründung einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft nachgedacht werde, so Ratsherr Robert Datzer. Auch im Hinblick auf weitere Zuweisung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in die Gemeinde müsse mehr gebaut werden, so Leuning. Denn Integration gelinge am besten, wenn Flüchtlinge und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive schnell in normale Wohnverhältnisse überführt werden können, so der Sozialdemokrat. Sein Fazit: „Das Problem ist erkannt, jetzt gehen wir in der Fraktion an die Frage der Umsetzung.“

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