Externe Pflege: Sankt Augustin sucht Paten für die Kreisel

Externe Pflege : Sankt Augustin sucht Paten für die Kreisel

Die Pläne für die Neugestaltung und Verschönerung von zwölf Kreisverkehren in Sankt Augustin verzögern sich. Interesse für externe Pflege ist überschaubar.

Kreisverkehre sind aus Sicht der Verkehrsplaner eine runde Sache. So auch in Sankt Augustin, wo in den vergangenen Jahren an der Rathausallee, der Schulstraße, der Hauptstraße in Niederpleis und anderen Stellen in den vergangenen Jahren neue Kreisverkehre gebaut wurden, um den Verkehrsfluss zu verbessern und zu beschleunigen. Wahre Altertümer ihrer Art sind dagegen die beiden Kreisverkehre an der Rathausallee/Grantham-Allee/Südstraße, auch Hochschul-Kreisel genannt, sowie der Buisdorfer Kreisel auf der Frankfurter Straße.

Das gilt auch für deren begrünte Innenflächen, deren Verschönerung die Stadt bereits im Jahr 2016 auf die Agenda gehoben hatte. Im Mai 2018 konnte im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss ein erster Zwischenstand vorgestellt werden. Zwölf der insgesamt 17 Kreisverkehre sind in ihrer Mitte begrünt und dafür geeignet, durch „die Vergabe von Gestaltungs- und Pflegepatenschaften in Verbindung mit der Option zur Firmenwerbung“ aufgehübscht zu werden. Örtliche oder ortsnahe Betriebe sollten bei der Vergabe beteiligt werden, so der Ausschuss einstimmig. Bei der gedachten Zielgruppe war das Interesse allerdings überschaubar. So laufen derzeit gerade für zwei der möglichen zwölf Kreisverkehre Gespräche zur Neugestaltung, über deren Pläne die Stadt mit einem Gremium unter Vorsitz des Technischen Beigeordneten Rainer Gleß bestimmt.

Experten streiten sich über die Gestaltung

Für den Buisdorfer Kreisverkehr sei man mit der Troisdorfer Firma Kaiser Garten und für den Hochschul-Kreisel mit der VR-Bank Rhein-Sieg im Gespräch, bestätigt Stadtsprecherin Eva Stocksiefen auf Nachfrage. Geplatzt, wie es im Ort bereits zu hören war, sei die vor zehn Monaten angekündigte Neugestaltung des Buisdorfer Kreisels nicht, so Stocksiefen: „Der Wettbewerbsentwurf, der von der Firma Kaiser Garten aus Troisdorf zum Tragen kommen sollte, muss überarbeitet werden.“ So habe der Landesbetrieb Straßen NRW, in dessen Zuständigkeit die Frankfurter Straße als Landstraße 333 fällt, die ersten Ideen und Entwürfe des Unternehmens verworfen. „Das Unternehmen möchte aber am Kreisel festhalten“, betont die Stadt. Ein konkretes Datum für die Neugestaltung gebe es noch nicht, auch nicht für den Kreisel an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dessen Gestaltungsplanung noch nicht abgeschlossen sei, so die Stadt: „Da sind wir gerade in der Absprache.“

Tatsächlich ist die Kreisel-Gestaltung ein Streitthema unter Experten. Gestaltung und Aufbauten dürften im Falle eines Unfalls nicht zur Gefahr für Autofahrer werden, so die Forderung. Eine Debatte darüber gab es bereits vor acht Jahren, als Ende 2010 ein Auto gegen schwere Findlinge auf dem Kreisverkehr der Landstraße 269n bei Niederkassel gerast und nahezu zerschellt war.

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