Ehrenamtliches Engagement: Dorfverschönerung in Hangelar nimmt Gestalt an

Ehrenamtliches Engagement : Dorfverschönerung in Hangelar nimmt Gestalt an

Der Bürgerverein sucht Paten für die Baumscheiben im Ort, die neu bepflanzt und schöner gestaltet werden sollen. Mithilfe von Spendengeldern soll die Trauerhalle auf dem Friedhof aufgewertet werden.

Farbenfrohe Blütenpracht, opulente Oleanderbüsche, satte Blumenampeln oder gar in der Dämmerung beleuchtete haushohe Palmen, wie sie im Süden Frankreichs oder in Spanien an Flaniermeilen zu finden sind, sucht man auf der „Hangelarer Kö“ vergebens. Die Bepflanzung der Baumscheiben entlang der Kölnstraße ist genau geregelt: Allein zwei flachwüchsige, robuste, immergrüne Kleinsträucher sind erlaubt, die leicht zu pflegen sind und zudem den Baumstamm in ihrer Mitte nicht für die regelmäßige Begutachtung der Standsicherheit verdecken.

Praktisch ist das schon, aber nicht unbedingt schön. Das meint zumindest der Bürgerverein Hangelar, der mit der Stadt eine Vereinbarung getroffen hat: Das Grün entlang der Kölnstraße darf aufgewertet und der Ort behutsam verschönert werden. Für alle 43 Baumscheiben im Ortskern habe der Bürgerverein die Verantwortung übernommen und auch schon Patenschaften weitervermittelt, berichtet Ortsvorsteher Wilfried Schwab, der den Bürgerverein im Juni 2017 mitbegründet hat. Als „Sparringspartner“ der Stadt, so der Verein bei seiner Gründung, wolle man Probleme anpacken, den Ort verschönern und die Gemeinschaft stärken.

Mehr als 140 Mitglieder zählt der Verein heute. „Wir haben Mitglieder, die unterstützen uns mit ihren Beiträgen, andere wollen aktiv an Projekten mitarbeiten“, sagt Vorstandsmitglied Gregoria Schwab am Ortstermin, an dem der Bürgerverein zur Verschönerung der Baumscheiben eingeladen hatte. Nur knapp ein halbes Dutzend Helfer wagte sich an einem grauen, nasskalten Tag zur freiwilligen Grünpflege nach draußen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch und Müllgreifer, Rechen, Hammer, Erdbohrer und Schubkarre waren zügig in Bewegung, um die ersten, bereits aufbereiteten Baumscheiben zu pflegen und Schilder für die übernommene Patenschaft zu platzieren.

Hand in Hand mit der Stadt

„Hangelarer Institutionen, Vereine und Geschäftsleute haben bereits Patenschaften übernommen, aber auch wir als Bürgerverein pflegen derzeit fünf Baumscheiben und werden demnächst drei weitere dazunehmen“, erklärt Vorsitzender Schwab. „Die Patenschaft kostet einmalig etwa hundert Euro für die Neuanlage: Wir entfernen die verholzten Sträucher, Müll und den alten Boden, bringen dafür ein neues und ordentliches Substrat ein und bepflanzen die Baumscheiben neu. Der jährliche Unterhalt mit zweimaliger Pflege durch einen Gärtner kostet 50 Euro.“

Geld zahlen, damit der Ort schöner wird und die Stadt weniger Pflegeaufwand hat? So will es der Vorsitzende nicht stehen lassen und betont: „Wir haben mit der Stadt eine Vereinbarung geschlossen, die vorsieht, dass sie in Hangelar dafür an anderer Stelle unterstützt. Und das tut sie tatsächlich. So hat sie zuletzt die übrigen Baumscheiben an der Kölnstraße und auch den Bewuchs rund um das Haus der Nachbarschaft viel intensiver gepflegt und stärker zurückgeschnitten als früher.“

Auf die Arbeit der städtischen Grünpfleger wollten auch die anderen Baumscheiben-Helfer nichts kommen lassen: Man spüre und sehe die gegenseitige Wertschätzung. Und auch die gepflegten Baumscheiben entlang der Kölnstraße kämen gut an, so Schwab: „Es fällt auch den Kunden der Geschäfte auf. Und für die Paten ist es eine gute Möglichkeit, sich mit ihrem Namen und ihrem Logo auf den Paten-Schildern als Unterstützer des Gemeinwohls im Ort zu präsentieren.“

Nicht nur für dieses Projekt will der Bürgerverein weitere Unterstützer finden, sondern auch für die Pflege des Friedhofes: In der vergangenen Woche seien schon Gespräche mit der Stadt geführt und dabei die Pläne für eine neue, hochwertige Türanlage vorgestellt worden. Diese werde der Bürgerverein mithilfe von Spenden herstellen lassen, während die Stadt eine umfassende Renovierung des Innenraums durchführen wolle, so der Vorsitzende Schwab zu den Plänen: „Gemeinsam soll dort etwas Vorzeigbares und Nachhaltiges entstehen.“

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