Entwurf von Schülerinnen: Oberpleis hat einen neuen Bücherschrank

Entwurf von Schülerinnen : Oberpleis hat einen neuen Bücherschrank

Im Park des Oberpleiser Mathildenheims steht seit dem Wochenende ein außergewöhnlicher Bücherschrank. Die Bibliothek ist nicht nur ein Unikat, sondern zugleich Kunst im öffentlichen Raum.

Als Schnellschuss lässt sich das Projekt eher nicht bezeichnen. „Doch“, so sagt Joachim Kusserow, Mitarbeiter im Geschäftsbereich Kultur der Stadt Königswinter, „es heißt ja auch: Gut' Ding will Weile haben.“ Am Samstag ist im Park des Mathildenheims in Oberpleis ein neuer Bücherschrank in Betrieb genommen worden, der allein optisch in jeder Hinsicht ein Hingucker ist: Ein sechseckiger, mehr als zwei Meter hoher Körper aus Eisenrohren, ein Dach aus Edelstahl, die Zwischenwände aus kunstvoll bemalten Holztafeln, geschützt durch bruchsicheres Glas. „Es ist ein Unikat“, sagt Kusserow, der die Entstehung des Projekts begleitet hat.

Initiative auf Antrag der SPD-Fraktion

Die Initiative zu der Freiluft-Bibliothek in der Königswinterer Bergregion gehe zurück auf einen Antrag der SPD-Fraktion, so Kusserow. Im Rahmen eines Kunstkurses, der „Kunst im öffentlichen Raum“ zum Thema hatte, hatten zwei Oberstufenschülerinnen des Gymnasiums am Oelberg einen Entwurf entwickelt. Die praktische Umsetzung hatten Schüler der Paul-Moor-Schule übernommen. Doch als die Schule früher als erwartet ihre Türen 2013 schloss, geriet auch das Projekt ins Stocken.

Und erhielt erst neuen Auftrieb, als sich im vergangenen Jahr hinreichend Sponsoren gefunden hatten, um die ausstehenden Arbeiten fremd zu vergeben. Neben den Initiatoren unterstützten der Freundeskreis der Bibliothek Oberpleis im Schulzentrum, die Bürgerstiftung Königswinter sowie die Belegschaft der Rhenag das Projekt mit „einem vierstelligen Betrag“, wie Kusserow sagt. Auch die Stadt Königswinter beteiligte sich an den Kosten. Die Aufträge für die Tischler- und Schlosserarbeiten gingen an zwei Firmen in Ruttscheid, Mitarbeiter des Bauhofs übernahmen unter anderem die Pflasterarbeiten und die Herstellung des Fundaments. „Der Bücherschrank soll ja etwas Dauerhaftes sein“, wie Kusserow sagt.

Entwurf von Schülerinnen umgesetzt

Der Entwurf der Schülerinnen von einst sei „1 zu 1“ umgesetzt worden. „Der Bücherschrank lebt natürlich von den bunten Holztafeln, die ein wenig Friedensreich Hundertwasser nachempfunden sind“, sagt er. Es sei eben „nicht nur ein Bücherschrank, sondern Kunst im öffentlichen Raum.“

Zwei „Kümmerer“ seien ebenfalls bereits gefunden, die die erste Beschickung der Freiluft-Bibliothek übernommen hätten und künftig auch an Ort und Stelle nach dem Rechten schauen. Das Prinzip sei dabei bekannt und bewährt: „Jeder kann sich ein Buch herausnehmen oder ein Buch hineinstellen, von dem er meint, dass es auch für andere lesenswert ist“, so Kusserow.

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