Kommentar zur Königswinterer Rheinallee: Keine Zeit zu verlieren

Kommentar zur Königswinterer Rheinallee : Keine Zeit zu verlieren

Die Rheinallee in Königswinter könnte, anders als ursprünglich geplant, bereits vor 2023 umgestaltet werden. Das ist angesichts der Kritik am Status Quo eine gute Idee, die Stadt muss sich dem Problem jetzt stellen, kommentiert Hansjürgen Melzer.

Eine Fülle von Beschwerden bei der Stadt und eine große Zahl von Leserbriefen zeigen, dass die im vergangenen Jahr getroffenen Verkehrsregelungen auf der Königswinterer Rheinpromenade keine Lösung für die Probleme in diesem sensiblen Bereich darstellen. Die Stadt tut gut daran, die Umgestaltung der Rheinallee nicht erst in Angriff zu nehmen, wenn die Bahnunterführung an der Drachenfelsstraße und die Ersatzstraße fertiggestellt sind, was bestenfalls im Jahr 2023 der Fall sein wird.

Die Stadt muss sich diesem Problem jetzt stellen. Sie darf keine Zeit mehr verlieren. Zumal der Verkehr auf der Rheinallee nach Aussage der Verwaltung durch die Baumaßnahme der Bahn kaum abnehmen wird. Bei der Umgestaltung sind möglicherweise auch mutige Entscheidungen notwendig. Das Fahrrad darf dabei – gerade vor dem Hintergrund der Klimadiskussion, die auch in Königswinter geführt wird – nicht als lästiges Verkehrsmittel, das den Frieden auf der Rheinallee stört, angesehen werden. 300.000 Fahrradfahrer pro Jahr sind ein starkes Argument. Der Versuch, sie auf einer Alternativstrecke durch die Altstadt zu lenken, ist ganz offensichtlich gescheitert.

Jetzt sollen also wieder die Planer 'ran. Das kommt einem schon vor wie ein Déjà-vu. Vor zwei Jahren hatte das Ingenieurbüro Sweco erste konzeptionelle Überlegungen zur Umgestaltung vorgelegt. Dort wurde unter anderem ein zwischen drei und fünf Metern breiter separater Radweg vorgeschlagen. In einer Bürgerwerkstatt wurden dazu anschließend zahlreiche Änderungswünsche vorgetragen. Kurz darauf entschied die Politik dann, mit dem großen Wurf bis zu den Baumaßnahmen an der Drachenfelsstraße zu warten. Diese Entscheidung hat die Stadt genau zwei Jahre gekostet. Bedauerlich!

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