Vereinsleben im Siebengebirge: Serenade auf der „Waldbühne“

Vereinsleben im Siebengebirge : Serenade auf der „Waldbühne“

Das Ittenbacher Bläsercorps spielte zu seinem Jubiläum bei den Rhöndorfer Stankt Hubertus-Schützen.

Sie hatten ja quasi ein Heimspiel. Die Mitglieder des Ittenbacher Bläsercorps feiern 2016 ihr 50-jähriges Bestehen. Und bereits seit 38 Jahren begleiten sie die Sankt Hubertus-Schützen-Gesellschaft Rhöndorf regelmäßig bei deren Schützenfesten musikalisch. Jetzt kreierten die beiden Vereine einen ganz besonderen Zweiklang. Die Bläser um ihren Vorsitzenden Johannes-Martin Hoffmann spielten auf der Festwiese am Schützenhaus im idyllischen Rhöndorfer Tal zur Sommerserenade auf – und die Schützen steuerten nebst Schauplatz auch noch Getränke und Spezialitäten vom Grill bei.

Das Schöne: Zwar waren vorsorglich Zelte aufgebaut worden, aber Publikum und Bläsercorps wurden mit einem lauen Sommerabend bei dieser Premiere belohnt. Dirigent Walter Burger sagte jedenfalls schon: „Vielleicht entwickelt sich daraus eine schöne Tradition.“ Peter Profittlich, Bad Honnefer Vizebürgermeister und Präsident der Rhöndorfer Schützen, meinte: „Seit 50 Jahren bringt das Ittenbacher Bläsercorps Freude in die Herzen der Menschen. Wir sind stolz und dankbar, dass wir unser Gelände für diese Serenade zur Verfügung stellen können.“

Und das stellvertretende Stadtoberhaupt überbrachte auch die Grüße aller Honnefer zum Jubiläum. Gemeinsam mit seinem Pendant auf Königswinterer Seite, Sokratis Theodoridis, genoss er die abwechslungsreiche Musik. Auch die Landtagsabgeordnete Andrea Milz zog an diesem Tag nicht nur das Rosenfest nach Bad Honnef, sondern auch diese Serenade auf der „Rhöndorfer Waldbühne“. Mit dabei waren auch die beiden einzigen noch aktiven Gründungsmitglieder des Corps, Walter Leven (Flügelhorn) und Robert Halm (Tenorhorn).

Mit „Melodien, die man nie vergisst“, einem Bert-Kaempfert-Medley, startete das musikalische Programm. Flügelhornist Steffen Matysiak erhielt für das Solo „Dankeschön, ich sag Dankeschön“ ein Sonderlob des Dirigenten.

Walter Burger war schon beim Auspacken der Instrumente vom kundigen Publikum gefragt worden, ob er denn auch „den dabei hat, der den Alten Dessauer spielen kann“. Martin Söllinger schaffte eine Meisterleistung, als er das berühmte Trompetensolo mit drei Posten, benannt nach dem Fürsten von Anhalt-Dessau, Leopold I., spielte und bei diesem Dessauer Marsch mit dem Bläsercorps perfekt harmonierte. Der „Alte Dessauer“ hatte das Lied 1706 aus Italien mitgebracht. Und die Zuhörer spendeten begeistert Applaus.

Kaum waren die letzten Marschtöne verklungen, folgten die bekanntesten Titel von „Abba“. Und an militärische Klänge erinnerte höchstens einer der Titel – „Waterloo“. Ansonsten ging es querbeet durch die Hits der schwedischen Popgruppe. „Wir versuchen, uns möglichst vielen Musikrichtungen zu öffnen. Dazu gehört auch die Country-Musik“, erklärte Walter Burger, der übrigens im nächsten Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum beim Ittenbacher Bläsercorps feiert.

Er hat eigens ein Medley für seine Bläser geschrieben. Ab ging’s also in den Wilden Westen mit dem Boom-Chicka-Boom-Sound, dem Klang der stampfenden, zischenden Eisenbahn von Country-König Johnny Cash.

Zu seiner Konfirmation hatte Pascal Bolz in der Kirche „Oh, Danny Boy“ gespielt. Nun wiederholte der 14-Jährige das auch auf der Waldbühne. Weitere beachtliche Einzelleistungen: Klarinettistin Sophie Hallschmid sang das „Halleluja“ und Martin Söller „New York, New York“. Das Publikum war hin und weg. Auch bei diesen fliegenden Wechseln: Mit Franz Schuberts Militärmarsch starteten die Bläser ihr „Instant Concert“ – das bedeutete, 29 Titel in etwas mehr als einer Minute. Für das Jubiläumskonzert am 30. November ist das Corps bestens gerüstet.

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