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Ehrenamtliche nehmen Abschied: Nach 24 Jahren sagt "Reni" Lebewohl

Ehrenamtliche nehmen Abschied : Nach 24 Jahren sagt "Reni" Lebewohl

Die Feriennaherholung neigt sich dem Ende zu, doch nicht nur für die 175 Kinder, die in den vergangenen beiden Wochen beim Programm des Stadtjugendrings eine Menge Spaß und "Action" erlebt haben, ist heute der letzte gemeinsame Tag.

Auch für die mehr als 60 ehrenamtlichen Betreuer heißt es Abschied nehmen. Für eine von ihnen ist es gar ein Abschied für immer: Nach 24 Jahren Mitarbeit bei der Feriennaherholung sagt Irene Dobersalske den Bad Honnefer Kids heute endgültig Lebewohl.

"Irgendwann ist es Zeit aufzuhören", sagt die 59-Jährige, die hauptberuflich als Küsterin der Erlöserkirche in Siegburg arbeitet. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit hat sie jahrelang ihren Sommerurlaub geopfert. "Ich hätte das nicht immer wieder gemacht, wenn es mir keinen Spaß gemacht hätte."

Den Weg nach Bad Honnef hat "Reni" - wie sie von den Kindern genannt wird - einst über Marcelo Peerenboom gefunden, der wie sie selbst damals in der Kinder- und Jugendarbeit tätig war. Als Leiterin der Gruppe im Haus der Jugend hat Dobersalske alle Hände voll zu tun: "Ich sorge dafür, dass alles läuft, dass die Kinder zu Essen haben, dass alle benötigten Materialien da sind, dass die Ausflüge reibungslos ablaufen und auch dafür, dass die Betreuer den Mut nicht verlieren."

Für die nämlich sei es oft nicht einfach, sich unter den Jugendlichen Respekt zu verschaffen. Andersherum hat die Siegburgerin aber auch stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der betreuten Kinder. Zeit, einmal selbst mitzuspielen oder zu basteln, blieb da in der Vergangenheit kaum - nur in diesen Sommer war alles ein wenig anders: Zählte die Gruppe im Vorjahr noch 30 Teilnehmer, waren es diesmal lediglich 13 Zehn- bis Zwölfjährige, die im Haus der Jugend betreut wurden - von insgesamt zwölf ehrenamtlichen Mitarbeitern.

"So wenig Kinder hatten wir noch nie. Vielleicht lag es daran, dass Rheinland-Pfalz dieses Jahr so spät Ferien bekommen hat", vermutet Dobersalske. Immerhin hatte sie dadurch auch mal Gelegenheit zu der ein oder anderen Billard- und Kickerpartie. Rückblickend erinnert sich die Ehrenamtlerin besonders gerne an den Vulkan aus Pappmaschee, den sie einst mit einer Gruppe im Feuerschlösschen gebaut hat: "Der konnte sogar Popcorn spucken". Auch die rasante Fahrt auf der Rutsche, die vor vielen Jahren aus Planen auf einer Wiese an der Löwenburgschule zusammengebastelt wurde, wird ihr unvergessen bleiben: "Das hat furchtbar viel Spaß gemacht".

Der Vorteil damals: "Da gab es noch kein Handy, die sind heutzutage das Schlimmste". "Reni" scheut sich daher auch nicht, die Geräte immer mal wieder einzukassieren: "Die Kinder sollen auch mal ohne die Dinger auskommen." Ihr war es stattdessen stets wichtig, den Kindern Achtung voreinander zu vermitteln, ihnen auch mal Aufgaben zu übertragen, an denen man wachsen kann. "Aber das Allerwichtigste war mir immer, dass alle Spaß haben." Und was das angeht, konnte sie sich bislang auch immer über ein positives Echo freuen.