1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Bad Honnef

Sporthalle bekommt neuen Boden: Riesenpuzzle am Menzenberg

Sporthalle bekommt neuen Boden : Riesenpuzzle am Menzenberg

Die Umschreibung trifft es: Ein "Riesenpuzzle" nennt Florian Köster, was gerade in der Sporthalle am Menzenberg aufgebaut wird. Gut nur, dass die Fachleute genau wissen, wohin welches der zahllosen Puzzleteile gehört. In Handarbeit verlegen sie dort derzeit den neuen Schwingboden.

175.000 Euro investiert die Stadt aktuell, um Bad Honnefs größte Sporthalle auf lange Sicht für den Schul- und den Vereinssport fit zu machen. Bis Ende August sollen alle Arbeiten planmäßig beendet sein.

"Ich bin begeistert, wie viel besser es schon jetzt aussieht", zog Karin Torres vom Technischen Gebäudemanagement der Stadt jüngst eine Zwischenbilanz der Arbeiten. Mit den Mitarbeitern der ausführenden Sportbodentechnik-Fachfirma Flitsch sowie Ingenieur Uwe Schattke, öffentlich vereidigter Sachverständiger für Sportböden, der die Stadt angesichts der besonderen Anforderungen im Sportbodenbau bei dem Projekt begleitet, verschaffte sich Torres einen Eindruck vom Fortgang der Arbeiten. Und der fiel durchweg positiv aus.

Schattke: "Es geht darum, einen normgerechten Boden zu schaffen." Denn normgerecht sei der alte Boden eben nicht gewesen. Schadhaft war er zudem, er wies teilweise sogar Brüche auf. Ein wichtiger Punkt aber für die Stadt ist, so Torres: "Es geht auch darum, Unfallgefahren auszuschließen." Ihre begeisterte Äußerung beim Anblick der Halle betraf indes weniger den Boden, der ja in diesen Tagen noch im Bau ist, als die Wände: Der dereinst dunkle, bedrückend wirkende Prallschutz ist verschwunden.

Alle Wände wurden zwischenzeitlich mit einer Unterkonstruktion verkleidet, eine Arbeit, für die Torres den stadteigenen Handwerkern ein Kompliment aussprach. Nicht zuletzt: Durch diese Eigenleistung konnten die Kosten um 10.000 Euro gemindert werden.

Die Wände werden aber nach der Fertigstellung erneut anders aussehen, wenn der neue Prallschutz angebracht ist: Nicht mehr wie bisher Braun, sondern ein freundlicher Gelbton, wird an den Wänden prangen. Herzstück der Arbeiten ist jedoch der neue Boden. Dabei ist sorgsame Handarbeit gefragt: Multiplexlatte für Multiplexlatte bauen Fachleute wie Wolf-Jürgen Köster, Florian Köster und André Dörrig das Grundgerüst auf, das auf rund 5000 Holzklötzen ruht.

Dabei ist Millimeterarbeit gefragt, so Schattke: Unebenheiten des darunter liegenden Bodens müssen über die Grundkonstruktion ausgeglichen werden. Darunter liegt eine silberfarbene Plane zur Feuchtigkeitssperre, eine wichtige Vorkehrung. Zwar hat sich laut Torres beim Abriss des alten Bodens gezeigt: Feuchtigkeit von unten war nicht eingedrungen in der Halle, der Torres insgesamt eine gute Substanz bescheinigt. Bei einem Holzboden verstehe sich eine Feuchtigkeitssperre aber von selbst.

In den Zwischenräumen wird noch das Dämmmaterial verlegt, dann folgt der Bodenbelag, ein Eichenparkett. Die Gesamtkonstruktion verspricht beste Sportbedingungen: Der Schwingboden sei gelenkschonend und biete perfekte Voraussetzungen für jede Sportart, vom Turnen bis zu den Ballsportarten, berichtet die Fachfrau der Stadtverwaltung.

Es gibt weitere Neuerungen. Die in die Jahre gekommene Anzeigentafel wird ausgetauscht. Der Rhöndorfer Turnverein sucht unterdessen weiterhin Sponsoren für die neue LED-Anzeige; die Sportler helfen auch bei der Installation. Nicht zuletzt die Handballer dürfen sich freuen: Neue Tore, die in den Wänden verankert sind und nicht mehr umständlich aus dem Materialraum hereingeschoben werden müssen, werden installiert.

Was die Gesamtanlage angeht, stehen in den kommenden Jahren weitere Arbeiten ins Haus: Die Nebengebäude müssen, wie mehrfach berichtet, dringend saniert werden. Und auch die marode Stützmauer am Bolzplatz macht Änderungen nötig. Die Arbeiten im Menzenberger Stadion sind noch lange nicht zu Ende.