„Plant for the Planet“: Kinder pflanzen 800 Bäume im Siebengebirge

„Plant for the Planet“ : Kinder pflanzen 800 Bäume im Siebengebirge

Rund 80 Kinder haben im Rahmen von „Plant for the Planet“ im Siebengebirge 800 Bäume gepflanzt. Die Aktion im Schmelztal ist Teil einer Schülerakademie zum Klimaschutz.

Greta Thunberg hätte sicher mitgemacht. Aber auch ihre neunjährige Namensvetterin Greta aus Bonn strahlte, als es in den Wald ging. Rund 80 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren haben innerhalb der Initiative "Plant for the Planet" 800 Bäume im Bad Honnefer Schmelztal gepflanzt: Sie griffen zum Spaten, um Ahorn- und Kirschbäume einzubuddeln, "wo vorher Fichten auch wegen des Borkenkäfers kaputt gegangen sind", wie der elfjährige Paul aus Swisttal und sein zwölfjähriger Freund Emil aus Bornheim berichteten. Bäume hatten die beiden vorher auch schon mal gepflanzt: "Loch buddeln, Baum rein, Loch zu." So machten sie es dann auch.

"Ziel der im Januar 2007 ins Leben gerufenen Kinder- und Jugendinitiative ist es, bis zum Jahr 2020 weltweit eine Billion Bäume zu pflanzen, um die Klimakrise abzuschwächen. Bisher wurden bereits 14 Milliarden Bäume in 193 Ländern gepflanzt. Mehr als 75.000 Kinder und Jugendliche aus 71 Ländern sind schon dabei", erklärte Stephan Grabmeier. Der Bonner hat die Aktion ins Siebengebirge geholt, nachdem er den Gründer der Initiative kennengelernt hatte.

Neben der Pflanzaktion gab es auch einen theoretischen Teil, zu dem sich die Kinder in der Aula der CJD Christophorusschule trafen. "Jetzt retten wir Kinder die Welt", hieß es beim Eröffnungsvortrag. Beim "Weltspiel" mit Figuren auf der Landkarte lernten die Kinder, dass es auf der Erde ein Verteilungsproblem gibt: Manche haben ganz viel, andere zu wenig zu essen. Es ging ums Klima, um Bäume, den CO2-Ausstoß und beim Rhetoriktraining auch darum, selbst die Stimme zu erheben.

Es gehe auch ums Tun und nicht nur ums Reden

"Es ist wichtig, dass man etwas für die Umwelt tut, weil: Es ist unsere Zukunft", sagte Greta. Ihre neue neunjährige Freundin Clara aus Bad Honnef hatte gelernt, dass das Festlandeis, etwa in Grönland, schmilzt und den Meeresspiegel steigen lässt: "Davor können die Menschen in Bangladesch und in Holland Angst haben." Wenn der Meeresspiegel um sieben Meter steige, verlören 40 Prozent der Weltbevölkerung ihre Heimat, hatten sie erfahren. Dann gebe es mehr Klimaflüchtlinge, sagte die elfjährige Marit aus Stieldorf. Und die elfjährige Lisi aus Thomasberg erklärte: "Wenn es viele Bäume gibt, nehmen die das CO2 auf, das wir produzieren, und geben Sauerstoff ab, den wir brauchen."

Deshalb gehe es bei der Aktion auch ums Tun und nicht nur ums Reden, ergänzte Sabine Kallhammer, Sopranistin im WDR-Rundfunkchor, der die Aktion als Pate unterstützte. So kam es, dass neben 50 Kindern aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn auch 30 Kinder des in Dortmund ansässigen WDR-Kinderchors dabei waren.

"Für die Kinder des Chors ist es wichtig, den Klimawandel zu verstehen, weil sie großartige Botschafter in der Welt sind", erklärte Grabmeier. "Auf der anderen Seite profitieren alle anderen von den Fähigkeiten, die die Chor-Kinder mitbringen. Ich versuche, Kunst und Naturverbundenheit zusammenzubringen. Je vielfältiger wir Herausforderungen angehen, umso bessere Lösungen finden wir." Der Kinderchor gab zum Abschluss ein kleines Konzert mit Natur-Liedern von Felix Mendelssohns "Herbstlied" bis zu Volksliedern wie "Im schönsten Wiesengrunde". Und alle Kinder wurden zu neuen "Botschaftern für Klimagerechtigkeit" ernannt.

Mehr von GA BONN