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Bonner Altstadt: 31 Kirschbäume seit 2014 in Bonn ausgetauscht

Bonner Altstadt : 31 Kirschbäume seit 2014 in Bonn ausgetauscht

Die Stadt Bonn hat in der Altstadt 16 Bäume fällen lassen, darunter Kirschbäume. Im Herbst soll Ersatz gepflanzt werden. Eine Anwohnerin mit besonderer Verbindung zu den Zierkirschen vermisst die Bäume trotzdem.

„Es schmerzt mir in der Seele, das zu sehen“, sagte Brigitte Denkel am Dienstagnachmittag, als sie einen Baumstumpf an der Paulstraße betrachtete. Seit Ende der Achtziger Jahre hatten dort mehrere Kirschbäume geblüht. Hochgewachsen waren sie, nun mussten sie weichen. Die Stadt hat am Dienstag 16 Bäume in der Altstadt gefällt, darunter einige Zierkirschen.

„Da fehlt etwas im Straßenbild“, sagte Denkel nach der Fällaktion, während sie auf ihrem Fahrrad in Richtung Heerstraße fährt. Die pensionierte Architektin und Stadtplanerin war vor mehr als 30 Jahren maßgeblich an der Umgestaltung der Altstadt – und somit auch an der Geburtsstunde der beliebten Bonner Zierkirschen – beteiligt. Nicht umsonst wird sie mitunter als „Mutter der Kirschblüte“ bezeichnet, ein Titel, den Denkel mit einem Lachen abtut.

Dass einige der Bäume nun gefällt wurden, ist allerdings nicht ungewöhnlich. Den Angaben der Stadt zufolge gehören Zierkirschen zu den relativ kurzlebigen Baumarten. Straßenbäume hätten zudem verhältnismäßig schwierige Standortbedingungen. Deswegen erreichten die Bäume nun allmählich ein Alter, in dem sie absterben.

Seit 2014 hat die Verwaltung die Bäume in der Altstadt bereits sukzessive erneuern lassen. Wie das Presseamt mitteilte, wurden bislang 31 ausgetauscht. „Trotzdem ist es jedes Mal ein kleiner Schock, wenn die Sägen anspringen“, sagte Denkel. Den Anwohnern zwischen Stadthaus und Krausfeld sei es wichtig, dass die Bäume schnell ersetzt werden. „Man gewöhnt sich einfach nicht daran, dass sie plötzlich nicht mehr da sind“, so die frühere Stadtplanerin.

Um die rosafarbene Blütenpracht in der Altstadt im kommenden Frühjahr, muss sich dennoch niemand sorgen. Für die gefällten Bäume, die weitestgehend oder bereits vollständig abgestorben waren, soll im Herbst Ersatz gepflanzt werden. Die Fällarbeiten hat ein Fachunternehmen durchführt, unterstützt von Mitarbeitern des Amtes für Stadtgrün.

Das Video ist Teil einer Kooperation zwischen dem WDR und dem GA.