Masterplan: Bad Honnef plant den Wald der Zukunft

Masterplan : Bad Honnef plant den Wald der Zukunft

Die Stadt Bad Honnef reagiert auf den Klimawandel und Borkenkäferbefall mit einem Masterplan für den Stadtwald. Dazu müssen unter anderem Bäume gefällt werden.

Der massive Borkenkäferbefall im Honnefer Stadtwald beschäftigt jetzt auch den Stadtrat. Die Verwaltung strebt einen "Masterplan Zukunftswald", so der vorläufige Arbeitstitel, an. Dabei geht es nach den laufenden Notfallmaßnahmen - bereits rund 30 Hektar Wald wurden gefällt - in einer zweiten Phase um den Aufbau einer Projektstruktur und die Ermittlung der Grundlagen sowie eine gutachterliche Schadensbewertung. Konzeption und Planung und die Umsetzung der Maßnahmen sind weitere Schritte.

In ihrer Vorlage für die Stadtratssitzung am Donnerstag spricht die Verwaltung von einem außerordentlich schwerwiegenden Ereignis. "Die großen Lücken im Wald sind Folgen des Klimawandels, dessen erste katastrophale Auswirkungen in Bad Honnef sichtbar werden." Besonders im Schmelztal ist dies der Fall.

Befallenen Bäume fällen und abtransportieren

Die Pflege und der Umbau des Waldes werden, so die Verwaltung, zu zentralen Klimaschutzthemen, mit denen die Stadt Bad Honnef mehr als bei anderen Maßnahmen über die kommunalen Grenzen hinweg einen wichtigen Beitrag leisten könne. Aus diesem Grunde werde der Waldumbau parallel zum Regelbetrieb des Forstbetriebs als Verwaltungsprojekt aufgesetzt. In weiten Teilen des Siebengebirges seien Fichtenbestände vom Borkenkäfer befallen und die Ausbreitung setze sich aktuell weiter fort, so die Verwaltung.

Um den Wald zu schützen, müssten die befallenen Bäume umgehend gefällt und das befallene Holz abtransportiert werden. Stephan Schütte vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, hatte bereits Ende August gesagt, dass wahrscheinlich rund 20.000 Bäume entnommen werden müssten, vielleicht sogar noch mehr.

In ihrer Vorlage stellt die Verwaltung dar, dass von den 1200 Hektar Stadtwald rund 450 Hektar mit Fichten bestockt sind. Weniger kritisch sei die Situation im ehemaligen Aegidienberger Stadtwald östlich der A 3, weil der rund 200 Hektar große Bestand dort aufgrund der größeren Feuchtbereiche bei heißen Sommern und auch gegen den Borkenkäfer stabiler sei. Auf den rund 200 Hektar im Bad Honnefer Waldteil seien Boden und Bäume hingegen zu trocken. Nachdem bereits rund 30 Hektar gefällt wurden, seien zurzeit weitere 30 bis 35 Hektar an elf Standorten in Arbeit. Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten noch nicht beziffert werden. Allein im August sei der Holzpreis von 70 auf 20 Euro pro Festmeter gefallen.

Projekt: Masterplan Zukunftswald

Aufgrund bestehender Verträge sei die Stadt in der günstigen Lage gewesen, die Fällungs- und Abtransportarbeiten mit einem Fachunternehmen zügig voranzutreiben. Nach dem Eilantrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beim Verwaltungsgericht Köln vom 30. August, die Fällungen zu stoppen (der GA berichtete mehrfach) wurden die Arbeiten am 2. September vorübergehend eingestellt. Davon ausgenommen waren das Rücken und der Abtransport bereits gefällter Bäume. Nachdem das Gericht am 25. September den Eilantrag abwies, will die Stadt die Fällarbeiten fortsetzen. Es zeichne sich bereits ab, dass sich aufgrund der deutschlandweiten Probleme die Marktlage bei Setzlingen anspannen werde, so die Verwaltung. Mit Unterstützung des Landesbetriebs Wald und Holz sei die Stadt bereits auf der Suche nach ersten Möglichkeiten für Pflege und Aufforstungsarbeiten.

Mit dem Projektziel eines "Masterplans Zukunftswald" soll der Wald in Bad Honnef klimastabiler werden, seine ökologische Funktion als Naturraum erfüllen, weiter kulturhistorisch den Siebengebirgsraum prägen, ausreichend Freiräume für Naherholung bieten und in Teilen eine forstwirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Daran mitwirken sollen neben der Stadt als Projektleitung die Waldbesitzer wie der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS), das Land NRW sowie private Eigentümer, der Landesbetrieb Wald und Holz als forstliche Fachbehörde, Hochschulen und Institute, forstliche Fachverbände, Förder- und Programmträger wie zum Beispiel Chance 7 beim Rhein-Sieg-Kreis sowie der BUND und weitere Verbände als Interessenvertreter des Naturschutzes.

Die Sitzung des Rates der Stadt Bad Honnef findet am Donnerstag, 10. Oktober, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Rathausplatz 1, statt.

Mehr von GA BONN