Martinsmarkt an der Ahr : Martinsmarkt in Dernau lockt viele Besucher an

Die Ernte im Weinort an der Ahr ist im Keller: Nun feierte Dernau seinen Martinsmarkt.

Sankt Martin ritt am Samstag wieder durch Dernau. Damit eröffnete das Weindorf an der Mittelahr seinen Martinsmarkt zum 20. Mal. War es bei der Premiere im Jahr 2000 noch nass und frostig in den Straßen und freuten sich die Initiatoren vom Verkehrsverein WeinKulturDorf Dernau über 25 Stände in der näheren Umgebung der Kirche, so waren jetzt stolze 98 Anbieter dabei, in Gaststätten und privaten Winzerhöfen und den vielen Buden am Straßenrand, erstmals auch auf dem neu gestalteten Weinbrunnenplatz. Die Angebote fanden guten Zuspruch.

Kalt war es diesmal auch, weil die Novembersonne eher kraftlos über die Ahrberge schien, aber es war trocken. Zur Begrüßung und offiziellen Markteröffnung erinnerten Ingrid Näkel-Surges und Elke Surges vom Veranstalter-Team an die Anfänge. „Wir wollten die Martinstradition fortsetzen und gleichzeitig die Weinsaison verlängern“, beschrieb Näkel-Surges das Konzept. Als „formeller und aufwendiger“ im Vergleich zu den Anfängen seien die Vorbereitung jetzt. Als kulturellen Höhepunkt der großen Veranstaltung nannte sie das Orgelkonzert in der Pfarrkirche am Sonntagnachmittag.

Zu den Ehrengästen gehörte der Kreisbeigeordnete Horst Gies. Dernau sei eine der „guten Stuben im Kreis“, bescheinigte er dem Dorf und seinen Verantwortlichen den Erfolg ihrer Aktivitäten. Für das Engagement für Heimatpflege und Brauchtum überreichte er ihnen eine Dankesurkunde – und einen Scheck. „Lustig, lustig, tralalalala“, stimmten da die Kirchdauner Dorfmusikanten an, die seit 20 Jahren zur Markteröffnung spielen.

„Dernau zeigt sich von seiner besten Seite“, stimmte Bürgermeister Alfred Sebastian in das Lob ein. Das bäuerliche Jahr sei abgeschlossen, die Winzer hätten ihre Ernte im Keller. Beim Martinsmarkt könnten alle auftanken und ein Glas Wein genießen. „Tradition, Gemeinschaft, Kulinarisches und Wein“ machten das erfolgreiche Konzept aus. Ausdrücklich lobte Sebastian die Leistung der Ehrenamtlichen, die den Martinsmarkt von Jahr zu Jahr organisieren.

„Der Schöpfer schuf auch den Wein“, schloss sich Weinkönigin Linda Trarbach an, die das Fest zusammen mit ihren Prinzessinnen Annalena Kurth und Lilli Nietgen offiziell eröffnete. Damit sprach sie wohl zahlreichen Freunden der Ahr aus dem Herzen, die guten Zuspruch an den Produkten in Winzerhöfen und an Ständen zeigten.

Schon gleich nach der Eröffnung setzte ein eifriges Handeln, Schauen und Probieren ein, sei es bei weihnachtlichen Dekorationsartikeln, sei es beim Schnäppchenmarkt mit Kindersachen, sei es an der Schokoladenbude oder bei den Lebkuchenherzen.

Wie es schon zur Tradition gehört, bot der Grafschafter Schopphof seine landwirtschaftlichen Produkte an und musste nicht lange auf Kundschaft warten. Übrigens stellt dieser Betrieb Jahr für Jahr die Strohballen, auf denen es sich Marktbesucher gemütlich machen können. Im Hof der Dagernova-Eventhalle drängten sich Besucher um Stände mit apartem Modeschmuck.

Zum festen Bestand des Martinsmarkts gehört der Meisterrat, eine Gruppe von Handwerksbetrieben aus dem Kreis, die sich wieder präsentierten. Honig und Met, Käse aus der Eifel und Gewürze standen zum Verkauf. Döppcheskooche, „Himmel un Erd“ sowie Reibekuchen gehörte in den Winzerhöfen zur begehrtesten Nahrung. Aber es gab auch Kuchen, so im alten Pfarrhaus von der Frauengemeinschaft, und allerlei Süßes. Wildgerichte und Würste aus Fleisch von Reh und Wildschwein fanden ihre Liebhaber.

Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Besucher in Dernau einer Puppenspielerin, die ihren kleinen Harlekin lieblich die Violine spielen ließ.