Verkehrszuwachs auf der A61: Experten empfehlen einen Autohof bei Grafschaft

Verkehrszuwachs auf der A61 : Experten empfehlen einen Autohof bei Grafschaft

Der Verkehr in der Gemeinde Grafschaft wird bis zum Jahr 2030 stark zunehmen. Daher wird ein zusätzlicher Autobahnanschluss an die A61 gefordert.

Mit zunehmender Besiedlung des Innovationsparks und durch das benachbarte, geplante Factory-Outlet-Center östlich des Innovationsparks wird sich die Verkehrssituation in der Grafschaft in Zukunft erheblich verändern. Außerdem prüft das Land zurzeit die Möglichkeit eines weiteren Anschlusses des Innovationsparks an die Bundesautobahn 61 im Westen. Auch ein Autohof und eine Erweiterung des Lkw-Rastplatzes Goldene Meile in Vettelhoven sind Themen. Angedacht ist zudem eine „Südtangente“ in der Nähe des Haribo-Geländes.

Die Gemeinde hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, um die verkehrlichen Wirkungen, insbesondere auf den Gemeindestraßen und an den Knotenpunkten, für das Jahr 2030 prognostizieren zu lassen. Die höchsten Verkehrszuwächse sehen die Gutachter auf der Autobahn 61 und deren Zubringer auf dem Grafschafter Gemeindegebiet. Derzeit wird die A61 von knapp 70.000 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden befahren. Für 2030 rechnen die Experten mit einer Zunahme von 14 Prozent – einem Plus von 9500 Pkw und Lkw.

Der nördliche Autobahnzubringer wird laut Gutachten dann nicht mehr von 5900, sondern von 11.900 Kraftfahrzeugen befahren. Das entspricht einem Anstieg von 102 Prozent. Zuwächse gibt es auch auf der Landstraße 83 in Vettelhoven und Bölingen. Sie liegen bei 13 bis 17 Prozent. Innerhalb von 24 Stunden werden – so die Prognose – täglich zwischen 500 und 800 Autos und Lkw mehr als bisher durch die Ortschaften rauschen.

Erhebliche Zunahmen in Ringen

Erheblicher sind die Zunahmen in Ringen auf der L79 (West: plus 30 Prozent, Ost: plus 69 Prozent) und Beller (plus 46 Prozent). Südlich von Leimersdorf und Oeverich wird mit einem Kfz-Anstieg von 3700 auf 5400 gerechnet. Interessant ist auch die Entwicklung in Vettelhoven: Auf der dortigen Kreisstraße 34 wird im südlichen Bereich mit einer Verkehrsabnahme von 600 Fahrzeugen (minus 40 Prozent) pro Tag gerechnet, im nördlichen Bereich indes mit einer Zunahme von 400 Autos (plus 40 Prozent). Für Eckendorf haben die Gutachter auf der K34 ein Plus von ebenfalls 40 Prozent ausgerechnet.

Insgesamt empfehlen die Verkehrsexperten den Bau eines neuen, von der Kreisstraße 34 führenden Vollanschlusses an die Autobahn und Anlage eines Autohofs am nördlichen Kreisverkehr der Anschlussstelle K34. „Diese Variante hat die größten Vorteile“, so die Gutachter des Büros SSP Consult. Durch zusätzliche Maßnahmen, beispielsweise durch ein Verbot der Durchfahrt für Lkw auf der neuen Anbindungsstraße zur K 34, könne gewährleistet werden, dass in Spitzenzeiten die K34 nicht zur Umfahrung des Meckenheimer Kreuzes in und aus Richtung Köln/Bonn genutzt wird.

Anschlussstelle mit Vollausbau

Aus Sicht der Verkehrsuntersuchung wird deshalb empfohlen, der weiteren Planung eine zusätzliche Anschlussstelle (AS) mit Vollausbau (heißt: mit allen Abbiegebeziehungen) an der K34 zugrunde zu legen. Auch ohne neue AS hat die Kombination aus der Verbindungsstraße K34 und einer Südspange die größten Vorteile für den Raum Grafschaft. Fazit der Gutachter: Auf dem innergemeindlichen Straßennetz der Grafschaft, auch ohne Innovationspark, sind Zuwächse entsprechend der Klassifizierung der Straßen zwischen 400 Autos und maximal 2.200 Fahrzeugen pro 24 Stunden zu erwarten.

In der Endfassung der Verkehrsuntersuchung wurden die verkehrlichen Wirkungen für insgesamt 15 Plan-Varianten ermittelt und hinsichtlich ihrer entlastenden Wirkung auf die Ortslagen sowie möglicher Fahrzeiteinsparungen bewertet. Die Bürger der Gemeinde hatten die Möglichkeit, ihre Anregungen zu der Verkehrsuntersuchung und zu den einzelnen Planfällen mitzuteilen. Insgesamt wurden 359 Stellungnahmen eingereicht. Rund 53 Prozent aller Petenten bevorzugen eine Null-Lösung, 22 Prozent priorisieren den sechsspurigen Vollausbau der Autobahn 61.

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