Rinder im Rampenlicht: Gelsdorf lädt zu 23. Tagen der offenen Höfe ein

Rinder im Rampenlicht : Gelsdorf lädt zu 23. Tagen der offenen Höfe ein

Gelsdorf lädt zu den 23. Tagen der offenen Höfe und Betriebe mit vielen Kostproben ein. Das vielfältige Angebot eignet sich für einen Besuch mit der ganzen Familie.

Wie Heimat im Allgemeinen und Gelsdorf im Besonderen schmeckt, das will die Interessengemeinschaft (IG) Tage der offenen Höfe am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr, unter Beweis stellen. Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Himbeeren, Brombeeren, Quitten, Säfte, Konfitüren, Chicorée-Köstlichkeiten, Obstbrände oder Döppcheskoche aus Grafschafter Kartoffeln: Das Angebot zu den 23. Tagen der offenen Höfe und Betriebe eignet sich für einen Besuch mit der ganzen Familie.

So setzen die Früchte des Herbstes Gelsdorf, das zu einem einzigen Open-Air-Bauernhof wird, nicht nur dekorativ in Szene, sondern können auch probiert und eingekauft werden. Das umfangreiche Programm stellte jetzt die IG um Vorsitzenden Dirk Sonntag, Chef-Organisator Bruno Kleuser und Vertreter der teilnehmenden Betriebe im Reich von Tischlermeisterin Judith Cramer vor. Sie ist mit ihrer Möbeltischlerei Holzwerk immerhin auch schon zum 18. Mal dabei. „Wir weichen von der Landwirtschaft ab und machen was Handwerkliches“, so Cramer. Sprach's und heftete ihren „Kollegen“ erst einmal hölzerne „Spaß-bei-der-Arbeit-Smileys“, die sie mit dem Nachwuchs vom Kindergarten gefertigt hat, ans Revers.

Trockenheit hat Früchten zugesetzt

„Holz, Gehölze, Lebensräume“ heißt ihr Motto, für das sie mit ihrem Partner Axel Bornemann einen eigenen Flyer drucken ließ. So bietet Holzwerk vier Schülern der Ahrweiler Boeselager-Realschule in einem vierstündigen Workshop die Möglichkeit, als Junghandwerker etwas zu schreinern. Neben einer Möbelausstellung und hölzernen Kleinigkeiten wie Frühstücksbrettchen oder Kreiseln stellt sich auch das Projekt „Frankensiedlung Nithrindorp“ vor. Die Mitstreiter bieten nicht nur Flammkuchen an, sondern im Rahmen des „Solawi-Projektes“ auch Gemüse, Obst, Eier und Honig aus eigenem Anbau im Frankensiedlungs-Garten. Auch die Kunst findet Raum: Karen Meunier stellt Tierzeichnungen aus, Bernadette Heeb-Klöckner feuergebrannte Gefäße und ihre mit Kindern der Ahrweiler Aloisius-Grundschule kreierten Objekte aus Fundstücken aus der Natur oder Werner Becker mit Schmuck aus Holz und Edelstahl.

Im Bio-Obsthof Johannes Nachtwey steht der Apfel im Rampenlicht. Die Kinder können mit dem Express in die Plantagen fahren oder wie Wilhelm Tell mit der Armbrust auf Äpfel schießen. „Derweil besteht für die Erwachsenen nicht nur die Option, sich durch unzählige Sorten durchzuprobieren, sondern alte Sorten mitzubringen und sie bei den Experten des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz bestimmen zu lassen“, so Christian Nachtwey.

Beim Thema Äpfel brennt es Adolf Schweinheim vom Obsthof Schweinheim-Brünagel auf den Nägeln: „Auch wenn überall von reichlicher Ernte die Rede ist – sie war enttäuschend. Die Sonne war den Äpfeln nicht gut gesonnen. Es führte zu Sonnenbrand, wir Ernten die Früchte von der Erde.“ Dirk Sonntag ergänzte: „Es ist viel Obst da, aber die Qualität kommt nicht an die der Vorjahre ran. Die Früchte sind durch die Trockenheit klein geblieben.“

Weniger, dafür hochwertiges Fleisch

Auf seinem Obsthof gibt es Omas Apfelringe und Opas Apfelsauser, das Obst kann verkostet werden, bei einer Betriebsbesichtigung lockt nicht nur ein kleiner Herbstmarkt zum Stöbern. Am Sonntagnachmittag wird dort am Burggraben eine Jazzband ab 14 Uhr aufspielen.

Einen besonderen Trend stellte Thomas Gerharz, der Limousin-Rinder züchtet, fest: „Es wird weniger, aber dafür qualitativ hochwertiges Fleisch gegessen.“ Das heißt, dass Fleischbestellungen für Achtel- oder Viertel-Tiere auf einer Warteliste landen und er dann nach Bedarf schlachtet. Davon wollen die Kinder, die bei ihm im Stroh toben, aber auch die Tiere streicheln können, sicher nichts wissen. In Gerharz' Betrieb findet am Samstag, 20. Oktober, um 11 Uhr die Eröffnung statt, bei der Kinder der Grundschule singen werden.

Ob Oldtimertreffen mit historischen Traktoren, die zur Rundfahrt einladen, ein Infostand der Bundeswehr, die mit einem Radpanzer anrücken will oder die Kreisjägerschaft mit ihrer rollenden Waldschule: Der gute Zweck kommt nicht zu kurz. Der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn ist ebenso mit einem Stand vertreten wie die Messdiener, die für ihre Jugendarbeit sammeln und der Bunte Kreis Bonn-Ahr-Rhein-Sieg.

Zum verkaufsoffenen Sonntag laden beispielsweise Norma und Tankwirt im neuen Gelsdorfer Einkaufszentrum von 12 bis 17 Uhr ein. Parkplätze gibt es im Gewerbegebiet, von dort werden Pendelbusse eingesetzt. Der Ringener Pfadfinderstamm unterstützt in diesem Jahr mit Parkplatzordnern.