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Kommentar zur Polizeipräsenz: Die Skepsis bleibt

Kommentar zur Polizeipräsenz : Die Skepsis bleibt

Die Zahl der Streifenwagen im Kreis Ahrweiler an Wochenenden soll „in absehbarer Zeit“ verdoppelt werden. GA-Redakteur Victor Francke fordert dazu eine unmissverständliche Aussage des rheinland-pfälzischen Innenministers.

Bislang konnten sich diejenigen, die es mit Recht und Gesetz nicht so genau nehmen, die auf Krawall, auf Diebstahl und andere Strafdelikte aus sind, durchaus die Hände reiben: Vier Streifenwagen, die an den Wochenenden im fast 800 Quadratkilometer großen Kreis Ahrweiler mit seinen 176 Städten, Stadtteilen, Dörfern und Ortsbezirken unterwegs sind, bilden nicht gerade ein Szenario der Abschreckung für zur Kriminalität neigende Mitmenschen. Dass sich in zahlreichen Gemeinden längst Bürgerinitiativen gebildet haben, die abends in ihren Straßen auf Streife gehen, mag da ein schon eindrucksvoller Beleg für – vorsichtig formuliert – mangelnde Polizeipräsenz sein.

Nun stellt der Innenminister, just ein Jahr vor der Landtagswahl, Besserung in Aussicht. Allerdings erst, nachdem es eine Petition gegeben hat und erst, nachdem die Bürgerbeauftragte des Landes interveniert hat. Die Skepsis allerdings bleibt vorerst. Es ist nämlich nicht so, als ob dem Mainzer Innenministerium das Polizeidilemma im Kreis Ahrweiler zuvor unbekannt gewesen sei. 

In schöner Regelmäßigkeit haben schließlich die beiden CDU-Landtagsabgeordneten auf die Unterbesetzung der Wachen hingewiesen, immer wieder haben Landrat und Parteien fehlende Polizisten und Streifenwagen beanstandet, und mit – zumindest aus Bürgersicht – sympathischer Penetranz hat die Polizeigewerkschaft die Mangelwirtschaft bei der Polizei im Landkreis beklagt.

Nun soll die Zahl der Streifenwagen an Wochenenden also „in absehbarer Zeit“ verdoppelt werden. Es wäre schön, wenn der Herr Minister klar, unmissverständlich und konkret mitteilen würde, ab welchem Datum die zusätzlichen Streifenwagen über die Straßen an Rhein und Ahr rollen. Absichtserklärungen und vage Ankündigungen helfen nämlich weder der Polizei noch dem Bürger.