Bilanz der Polizei in Bonn und Region: Zu viel Alkohol, Handgemenge und kaputte Bahn-Scheiben

Bilanz der Polizei in Bonn und Region : Zu viel Alkohol, Handgemenge und kaputte Bahn-Scheiben

Polizei und Feuerwehr sprechen insgesamt von einem entspannten Verlauf am Weiberfastnachtstag in Bonn, auch in der Rhein-Sieg-Region blieb es meist friedlich. In einer Bahn der Linie 66 wurden zwei Scheiben herausgebrochen.

Bis in den frühen Abend hinein vermeldeten Polizei und Feuerwehr an Weiberfastnacht keine besonderen Vorkommnisse. Das sonnige und warme Frühlingswetter hatte offenbar einen positiven Einfluss auf die Tausenden von Jecken, die sich ab dem Morgen durch die Bonner Innenstadt schoben und in Beuel am Rande des Weiberfastnachtszugs und auf dem Rathausplatz kräftig feierten und schunkelten.

Die Polizei zählte ihrem Sprecher Frank Piontek zufolge rund 1000 Jugendliche, die entlang des Rheinufers Party machten. Über den ganzen Tag verteilt waren laut Piontek rund 500 Polizeibeamte im Einsatz.

Im Vorfeld hatte die Bonner Polizei gegen 23 polizeibekannte Personen Betretungsverbote für Beuel, das Bonner Zentrum, Bad Godesberg und Bornheim ausgesprochen. Wie von der Bonner Polizei angekündigt, wurden potenzielle Straftäter, Krawallmacher und Betrunkene frühzeitig aus dem Verkehr gezogen. Bis zum Abend wurden acht Personen in Gewahrsam genommen. Sie waren überwiegend betrunken, hatten randaliert oder waren einem der insgesamt 55 ausgesprochenen Platzverweise nicht nachgekommen. Insgesamt fertigten die Beamten 18 Strafanzeigen wegen Beleidigungen, Körperverletzungen oder Drogendelikten.

Die Feuerwehr meldete bis zum Nachmittag neun Einsätze, davon sei die Wehr in zwei Fällen vergeblich ausgerückt. Insgesamt sprach sie von einem entspannten Verlauf des Wieverfastelovends am Vor- und Nachmittag in Beuel und in der Bonner City.

Gegen Abend versammelten sich viele Jecken vor und in den Kneipen und Gaststätten. Doch auch von dort vermeldete die Polizei bis zum frühen Abend keine besonderen Vorkommnisse – bis auf einige kleinere Handgreiflichkeiten, die die Beamten indes schnell auflösen konnten. Bei den etwa 150 Jugendlichen, die am Abend noch am Rheinufer feierten, traf die Polizei nach Angaben von Piontek dann doch auch einige stark alkoholisierte Jungen und Mädchen an.

Volle Busse und Bahnen vermeldeten die Stadtwerke Bonn (SWB) den ganzen Tag über. In einer Bahn der Linie 66 stellten die SWB am Vormittag einen größeren Schaden fest: In der Bahn waren zwei Scheiben herausgebrochen worden, berichtete SWB-Sprecher Werner Schui. Das habe am Mittag zu leichten Verzögerungen auf der Strecke zwischen Bonn und Siegburg geführt.

Bilanz der Rhein-Sieg-Polizei

Auch im Bereich der Polizei Rhein-Sieg blieb es bis zum frühen Abend "überwiegend friedlich", wie die Polizei mitteilte. Bis 20 Uhr bewältigten die Einsatzkräfte demnach 76 Einsätze rund um den Karneval. Die Beamten sprachen in Siegburg und Hennef Platzverweise gegen 32 Alkoholisierte aus, die Streit suchten oder andere belästigten.

Am Nachmittag wandte sich am Hennefer Bahnhof eine Minderjährige an die Einsatzkräfte und gab an, von einem ihr bekannten, gleichaltrigen Jungen unsittlich berührt worden zu sein. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen wegen des Verdachts einer sexuell begründeten Straftat wurden eingeleitet und dauern noch an.

Die Polizei nahm zudem im gesamten Kreis sechs Personen in Gewahrsam, weil sie randaliert hatten oder sich alkoholbedingt in hilflosem Zustand befunden hatten. Zudem wurde in zwölf Fällen wegen Körperverletzungen ermittelt. Bei mehreren Streitigkeiten und Schlägereien wurden nach Polizeiangaben elf Personen leicht verletzt.

Auch Alkohol am Steuer hat die Polizei an den tollen Tagen in erhöhtem Umfang im Blick. An Weiberfastnacht wurden insgesamt rund 110 Autofahrer von der Polizei kontrolliert. Bei vier von ihnen besteht der Verdacht, dass sie unter Drogeneinfluss standen, sodass eine Blutprobe angeordnet wurde. "Insgesamt bewegt sich das Einsatzgeschehen auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr", stellte die Polizei fest. In Siegburg, bei Troisdorf und in Windeck gingen drei Fahrer der Polizei ins Netz. Alle drei verloren nach einer Blutprobenentnahme vorläufig ihren Führerschein.

Zudem stellte die Polizei an einer Einlasskontrolle mehrere Softair-Pistolen bei einer Gruppe junger Männer sicher, da sie für diese nicht die erforderlichen Waffenscheine vorgelegen konnten und sie verbotswidrig auf einer öffentlichen Veranstaltung mitgeführt wurden. Die Beschuldigten müssen nun mit einem entsprechenden Verfahren rechnen.

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