Zwischen S13 und Busbahnhof: So weit sind die Baumaßnahmen am Bahnhof Beuel

Zwischen S13 und Busbahnhof : So weit sind die Baumaßnahmen am Bahnhof Beuel

Die neuen Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Eisenbahn müssen sich mit dem S13-Ausbau und Nahverkehrsplänen der Stadt arrangieren. Chef, Joachim Großmann, sieht Gesprächsbedarf mit der Stadtverwaltung.

Auf den ersten Blick gesehen, wird die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) mit Sitz an der Königswinterer Straße in Beuel derzeit von zwei Seiten „in die Mangel“ genommen. Auf der einen Seite, der westlichen Seite, ist die Planung der S-Bahnlinie 13, die Bonn mit dem Köln-Bonner-Flughafen in engerem Takt anbinden soll, am Beueler Bahnhof weit gediehen, erste Baumaßnahmen im Umfeld sind angelaufen.

Auf der anderen Seite, der östlichen Seite der Gleisanlagen, stehen derzeit die Planung mit dem Kreisverkehr Königswinterer Straße/Siegburger Straße sowie der Bau eines großen Busbahnhofs an. Von beiden Projekten ist die RSE insofern betroffen, als dass entweder Gleisanlagen oder Zufahrtsstraßen für den Güterverkehr geändert werden müssen. Wobei noch zu berücksichtigen ist, dass auch ein Gebäude auf dem Güterbahnhof unter Denkmalschutz steht, in dem der Entfallteiledienst Gutsche zuletzt seinen Unternehmenssitz hatte und das die Bahn aufwendig verschieben (translozieren) wird.

Nachfragen des GA bei der Bahn AG und bei der RSE haben ergeben, dass beide Seiten im Gespräch sind, um die durch diese Situation bedingten Probleme so klein wie möglich zu halten. „Die Rhein-Sieg-Eisenbahn wurde bereits im Planfeststellungsverfahren zum S 13-Projekt ‚3-/4-gleisiger Ausbau Troisdorf – Bonn-Oberkassel' beteiligt“, teilte die Bahn auf Anfrage mit. Und weiter: „In Zusammenarbeit mit dem Eisenbahn-Bundesamt und der RSE konnte die DB Netz AG eine Einigung mit der RSE über die zukünftige Infrastruktur erzielen, die Bestandteil des erteilten Planfeststellungsbeschlusses wurde. Mit der Realisierung der Zielinfrastruktur wurde im Jahr 2017 begonnen.“

Baumaßnahmen dauern wahrscheinlich bis 2026

Im Vorfeld der Baumaßnahmen wurden die geplanten Arbeiten intensiv abgestimmt. Hierbei wurden auch die betrieblichen Belange der RSE berücksichtigt. Auf Grund dieser Abstimmung konnte der Zeitraum für den Umbau des Zufahrtgleises zur Betriebshalle der RSE auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränkt werden. Der zukünftige Anschluss der RSE-Gleise soll über eine Weichenverbindung in die Gleise der DB Netz AG im Bahnhof Bonn-Beuel erfolgen.

Hierbei stellt die geplante technische Ausrüstung des Gleisanschlusses laut DB Netz eine Verbesserung im Vergleich zum Istzustand dar. Die Baumaßnahmen zur Realisierung der Gesamtmaßnahme im Bahnhof Bonn-Beuel werden voraussichtlich noch bis 2026 andauern. „Sowohl die DB Netz AG als auch die ausführende Firma empfinden die Kommunikation mit der RSE von Beginn an sehr konstruktiv und zielführend“, teilt die Pressestelle der Bahn mit. Die Zu- und Abfahrt von und zum Gelände der RSE erfolgt – nach vorliegendem Planungsstand – wie bereits heute über die Kreuzung Königswinterer Straße/Siegburger Straße, die mit einer Ampelschaltung ausgestattet ist.

Gesprächsbedarf mit der Stadt sieht der Geschäftsführer der RSE, Joachim Großmann, was den geplanten Kreisverkehr und den angedachten Busbahnhof anbelangt: „Hierzu gab es weder in der Vergangenheit noch aktuell Gespräche mit der DB oder der Stadt Bonn, in die die RSE eingebunden war“, teilte er mit. „Unseres Erachtens muss auch der in der Planungsphase befindliche Neubau eines erforderlichen Stellwerkes auf unserem Gelände in die Überlegungen miteinbezogen werden.“

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