Wegfall der Schulbusse: Eine neue Buslinie für Alfter und Bornheim

Wegfall der Schulbusse : Eine neue Buslinie für Alfter und Bornheim

Andere Routen und zusätzliche Fahrten: Nach den Sommerferien greifen Änderungen bei Bus und Bahn in Alfter und Bornheim, weil dann in Bornheim keine gesonderten Schulbusse mehr im Einsatz sind.

Der letzte Mittwoch im August ist nicht nur der erste Schultag nach den Sommerferien. Der 28. August ist auch der Tag, an dem sich im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Vorgebirge einiges tun wird. Und das hat wiederum mit dem Ende der Sommerferien zu tun. Wie berichtet, gibt es ab dem kommenden Schuljahr in Bornheim keinen sogenannten freigestellten Schülerspezialverkehr mehr, sprich: keine gesonderten Schulbusse. Ende 2018 hatte der Bornheimer Stadtrat das beschlossen. Und das hat Auswirkungen auf den ÖPNV im Vorgebirge. Schließlich müssen die Kinder und Jugendlichen ja weiterhin zur Schule kommen – und das am besten, ohne von den Eltern gefahren zu werden. Daher wird das Angebot ausgeweitet. Als sogenannter Aufgabenträger ist der Rhein-Sieg-Kreis auch in Bornheim und Alfter für die Organisation des ÖPNV zuständig. Folgendes wird nach vorherigen Planungen des Kreises nun Ende August passieren:

Stadtbahnlinie 16: Diese wird morgens zwischen etwa 6.30 und 9 Uhr sowie nachmittags zwischen etwa 15 und 19 Uhr durchgehend alle zehn Minuten zwischen Bad Godesberg und Köln fahren und damit auch die Bornheimer Rheinorte bedienen. Abends täglich sowie sonntagmorgens fährt alle 30 Minuten statt alle 60 Minuten eine Bahn. Neu sind außerdem stündlich durchgehende Nachtfahrten am Wochenende von Köln bis zum Bonner Hauptbahnhof. Wie Christoph Groneck vom zuständigen Referat Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung beim Rhein-Sieg-Kreis sagt, seien diese Änderungen tatsächlich schon für den Fahrplanwechsel Dezember 2018 vorgesehen gewesen. Allerdings sei die Frist zwischen den politischen Beschlüssen und dem Stichtag zu kurz gewesen. Dass das Angebot auf der Linie 16 ausgeweitet werden muss, liegt für Groneck auf der Hand. „Die Linie ist heute schon zu voll.“ Die Ausweitung sei aber auch wichtig für die Schülerbeförderung, ergänzt Marcus Schaefer, sein Kollege bei der Kreisverwaltung.

Buslinie 817: Die Linie wird ab Ende August ein wenig anders fahren. Sie endet dann von Rheinbach kommend nicht mehr in Hersel, sondern in Tannenbusch und hat dort Anschluss an die Linie 16. Montags bis freitags wird der Fahrplan von Tannenbusch über Bornheim bis Brenig auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Das heißt: Weiterhin nur einmal die Stunde fährt der Bus bis nach Rheinbach durch. Samstags bleibt es beim bestehenden Stundentakt. Sonntags wird das Taxibus-Angebot zwischen Rheinbach, Heimerzheim, Bornheim und Tannenbusch von einem Zwei-Stunden-Takt auf alle 60 Minuten ausgeweitet. Laut Groneck hat man sich beim Kreis zudem bereits Gedanken zum avisierten großen Gewerbegebiet Alfter Nord gemacht. Wie berichtet, plant die Gemeinde Alfter in Zusammenarbeit mit Bonn und Bornheim die Ausweisung großer Gewerbeflächen unmittelbar an das Roisdorfer Gewerbegebiet angrenzend. Wenn es dieses neue Gewerbegebiet einmal gibt, soll die 817 dann durch das Areal von und nach Tannenbusch fahren.

Buslinie 818:Diese Linie erhält zwischen Merten, Waldorf, Bornheim und Hersel montags bis freitags einen 30-Minuten- statt eines 60-Minuten-Takts. Samstags werden die Taxibus-Fahrten am frühen Abend auf Busbetrieb umgestellt. Sonntags bleibt der Taxibus bestehen, kann neu aber alle 60 statt alle 120 Minuten bestellt werden. Die Fahrtzeiten der Linie werden für die Bedürfnisse der Schüler geringfügig angepasst.

Buslinie 753: So manchem ÖPNV-Nutzer dürfte bereits aufgefallen sein, dass an Bushaltestellen in Alfter und Bornheim auf eine neue Buslinie mit der Nummer 753 hingewiesen wird. Dieser Bus wird ab Ende August in Alfter, Bornheim, aber auch in Teilen Wesselings fahren. Laut Schaefer dient die Linie vornehmlich dazu, die Schüler einzusammeln, die von den Erweiterungen auf den bisherigen Linien nicht profitieren. Daher wird der Bus nicht in einem regelmäßigen Takt fahren, sondern sich an den Schulzeiten orientieren. Allerdings kann der Bus von allen genutzt werden, da er ein reguläres ÖPNV-Angebot darstellt.

Buslinie 604: Dieser Bus fährt samstags bis etwa 20.30 Uhr alle 20 Minuten statt alle 30 Minuten. Außerdem setzt der Halbstundentakt sonntags früher ein.

Buslinie 745:Beim Berghüpfer werden zur Anpassung an die Linie 818 die Abfahrtzeiten ein wenig verändert.

Buslinie 633: Hier wird es auf die Schulzeiten abgestimmte, zusätzliche Fahrten geben.

Stadtbahnlinie 18: Auf dieser Linie wird sich Ende August nichts ändern. Wie berichtet, hatten die Räte in Alfter und Bornheim kürzlich eine Taktausweitung in den Abend- beziehungsweise in den Nachtstunden beschlossen. Bevor die Kreisverwaltung und die betroffenen Verkehrsunternehmen (Kölner Verkehrs-Betriebe und Stadtwerke Bonn) an die Umsetzung gehen können, ist ein Beschluss des Kreistags notwendig. Laut Groneck würde man diese Änderungen gerne zum Fahrplanwechsel im Dezember umsetzen, ob das zeitlich klappt, ist aber noch offen.

Der Schulbusverkehr stammt laut Groneck aus einer anderen Zeit, als der Unterricht quasi durchweg nach der sechsten Stunde vorbei war. Heute sei Schule mit ihren Nachmittagsangeboten viel differenzierter. Der reguläre ÖPNV biete mehr Flexibilität. Zudem profitierten von der Ausweitung des Angebots auch die anderen Nutzer von Bussen und Bahnen. Und: Für die Kommunen sei es günstiger, so Groneck. Laut Schaefer wird es in den ersten drei Wochen nach den Änderungen bei Eltern und Kindern Umstellungsschwierigkeiten geben. Man rechne mit kritischen Rückmeldungen. Schaefer: „Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das aber normal.“ Sollte wirklich etwas haken, gibt es ihm zufolge zwei Zeitpunkte für Nachjustierungen: nach den Herbstferien oder zum Fahrplanwechsel im Dezember.

Mehr von GA BONN