Bürger klagen über Tristesse: Promenade am Bonner Rheinufer soll attraktiver werden

Bürger klagen über Tristesse : Promenade am Bonner Rheinufer soll attraktiver werden

Immer wieder klagen Bürger über Tristesse am Bonner Rheinufer. Aber wie kann die Bonner Rheinpromenade kurzfristig attraktiver werden? Die Ratskoalition hat bereits einen Vorschlag.

Immer wieder klagen Bürger über Tristesse am Bonner Rheinufer. Seit Ostern ist auch noch der Rheinpavillon am Rathenauufer samt Biergarten geschlossen. Er soll allerdings voraussichtlich nächste Woche wiedereröffnen. Wer der neue Pächter der städtischen Immobilie ist, konnte Isabel Klotz vom Presseamt am Mittwoch nicht sagen. Zwar soll das Rheinufer im Rahmen des Masterplans Innere Stadt Bonn in den nächsten Jahren umfangreich umgebaut und verschönert werden, doch so lange will die Ratskoalition nicht warten. Sie will, dass die Promenade mit Blick auf das Beethovenjubiläum kurzfristig attraktiver wird und hält dazu einige Ideen bereit. Sie schlägt unter anderem mobile Gastronomieangebote vor wie Kaffeeroller oder sogenannte Food-Trucks mit Außenbestuhlung vor.

„Das gibt es bereits in anderen Städten wie in Basel und könnte kurzfristig umgesetzt werden“, erklärt Tom Schmidt (Grüne). In Fachkreisen spricht man auch von Pop-up-Gastronomie, also mobile Gastroeinrichtungen, die zum Beispiel im Sommer die Straßen und Uferpromenaden beleben und im Winter wieder verschwunden sind. In einem Antrag für die Sitzungen des Kultur- sowie des Wirtschaftsförderungsausschusses nach der Sommerpause wollen CDU, Grüne und FDP die Verwaltung nun konkret beauftragen, ein Konzept zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des gastronomischen Angebots an der Bonner Rheinpromenade – mit dem Schwerpunkt Beethovenhalle bis zum Rheinpavillon – zu erarbeiten und den Ausschüssen die Ergebnisse noch in diesem Jahr vorzulegen.

Veranstaltungsprogramm soll entwickelt werden

Parallel dazu sollen im Hinblick auf das Beethovenjubiläum 2020 „hochwertige, kurzfristige, temporäre Zwischennutzungen“ ermöglicht werden, die das Bonner Rheinufer schon in der kommenden Hauptsaison im Frühjahr und Sommer aufwerten wie beispielsweise mobile Gastroeinheiten und eine Open-Air-Bibliothek. Dabei gehe es nicht um die Schaffung von „Bauwerken für die Zukunft“, sondern um „charmante Provisorien“.

Zur weiteren Belebung des Rheinufers soll außerdem mit bekannten Bonner Akteuren ein flankierendes Veranstaltungsprogramm entwickelt werden. Dazu könnten ein Straßenkunstmarkt, ein Gauklerfest oder Sportveranstaltungen gehören. „Damit diese Vorschläge nicht auf die lange Bank geschoben werden, wollen wir, dass die Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe der verschiedenen Fachbereiche dafür einrichtet, die die Maßnahmen koordiniert und für eine schnelle unbürokratische Umsetzung sorgt“, so FDP-Ratsfraktionschef Werner Hümmrich. „Wir wollen auf jeden Fall schnelle Ergebnisse sehen.“

Die Stadtverwaltung zeigt sich dem Presseamt zufolge durchaus aufgeschlossen für den Vorschlag der Ratskoalition. Das Presseamt verwies dabei auf die im nächsten Jahr ohnehin geplante Bürgerbeteiligung zur Attraktivitätssteigerung des Bonner Rheinufers insbesondere im Abschnitt zwischen Beethovenhalle und zweiter Fährgasse. Darüber hinaus gibt es, wie berichtet, Planungen im Zusammenhang mit dem Masterplan, das Rheinufer besser an die Innenstadt anzubinden sowie den Stadtgarten instand zu setzen, von wo aus künftig auch ein Aufzug einen barrierefreien Zugang zur Uferpromenade schaffen soll. Aktuell laufen kleinere Reparaturarbeiten auf er Promenade, um die schlimmsten Schäden bis zum Beethovenjubiläum zu beseitigen.