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Aktion für Klimaschutz: Viele Heizungen wurden am Dicker-Pulli-Tag heruntergedreht

Aktion für Klimaschutz : Viele Heizungen wurden am Dicker-Pulli-Tag heruntergedreht

Viele Bonner Heizungen sind am Freitag kalt geblieben oder wurden zumindest heruntergedreht. Grund war der Dicke-Pulli-Tag, der viele zum Nachdenken anregte.

In vielen Bildungseinrichtungen, Büros und Privathaushalten wurden die Heizungen um mindestens ein Grad herunterregeln: Das war der Dicker-Pulli-Tag am Freitag in Bonn. Unter den Teilnehmern war auch das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Allein der Hauptsitz auf der Hardthöhe umfasst 1360 Mitarbeiter, die auf 23 Gebäude verteilt sind. „Wir möchten mit unserer Aktion Bewusstsein für das richtige Heizen und auch Lüften schaffen“, sagte Ulrike Hauröder-Strüning, die Präsidentin des Bundesamtes.

„Wichtig ist, dass die Dringlichkeit des Klimaschutzes und der nachhaltige Umgang mit unseren Ressourcen einmal mehr in das Bewusstsein auch unserer Mitarbeiter gerückt werden“, ergänzte Erhard Spath, Leiter der Gruppe Umweltschutz. Neben dem Hinweis auf den Aktionstag wurden auch praktische Tipps zum richtigen Heizen und Lüften veröffentlicht. Die Teilnahme an der Aktion sei aber freiwillig gewesen.

Etwas kältere Büros für den Klimaschutz

Für Hanspeter Nußler ist eine freiwillige Teilnahme der richtige Schritt: „Das Temperaturempfinden ist individuell, es ist grundsätzlich eine tolle Idee, aber jeder soll für sich entscheiden, wie warm er es braucht. Krank werden soll ja niemand“, sagte der Diplom-Geograph. Mitarbeiter Robin Burk findet die Aktion gut: „Ich finde es ist eine gute Sache, da man erkennt, was so eine Heizung ausmachen kann“, sagte der Biologe. Iris Schott-Fischer hatte ihre Heizung auch heruntergedreht. Ein ungewöhnlicher Schritt für die Sacharbeiterin, denn: „Mir ist schnell kalt, daher habe ich eigentlich oft die Heizung an“, erzählte sie.

„Ich habe mit mit meinen Mitarbeitern gleich auf dem gesamten Flur die Heizungen heruntergestellt, berichtet der Oberstleutnant Thomas Daniel. „Ich habe meinen Mitarbeitern vorgeschlagen, die Heizungen auf die niedrigste Stufe zustellen. Das haben alle dann mitgemacht.“ Gefroren hätte aber bisher noch keiner. „Mit einfachen Mitteln Ressourcen sparen finde ich eine gute Sache“, lautete das Fazit.

Die Aktion habe schon jetzt etwas in der Behörde bewegt, berichtet Nußler. „In dieser Woche haben die Kollegen viel mehr über Umweltthemen diskutiert.“ „Wenn man sich mal vor Augen hält, dass die Reduzierung um einen Grad in einer 100 qm Wohnung etwa 250 Kilogramm CO2 einspart“, rechnete Spath vor.

Viele öffentliche Einrichtungen machten mit

Beim Dicker-Pulli-Tag mitgemacht haben zudem viele Schulen, Kitas, Vereine und Unternehmen. Auch die Stadt hatte organisatorische Aufgaben übernommen. Oberbürgermeister Ashok Sridharan besuchte als Schirmherr die Gottfried-Kinkel-Grundschule. Der Oberbürgermeister nahm an einer Gesprächs- und Fragerunde mit Schülern zum Thema Klimaschutz und Heizenergie teil. Im Foyer des Stadthauses gab es eine Informationsveranstaltung, bei der sich die Besucher über verschiedene Aspekte des klimafreundlichen Wohnens informieren konnten. Im Stadthaus selbst wurden die Heizungen aber nicht gedrosselt, wie Stadtsprecherin Andrea Schulte mitteilte: „Im Stadthaus kann die Temperatur nicht abgesenkt werden, da die Aktion ja freiwillig ist und die Temperatur zentral geregelt wird. In Gebäuden, wo die Temperatur individuell geregelt werden kann, entscheiden die Mitarbeiter selbst, ob sie absenken.“ Initiatorin des „Dicker-Pulli-Tags“ ist die Bonnerin Corinna Nitsche Hainer. Mit dem Aktionstag soll ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz gesetzt werden. So waren alle teilnehmenden Einrichtungen aufgerufen, ihre Heizung um ein bis zwei Grad runterzudrehen.