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Kommentar: So ein Theater

Kommentar : So ein Theater

Der Blick hinter die Kulissen eines Theaters kann im Gegensatz zur schönen Scheinwelt auf der Bühne in der Tat recht ernüchternd sein. Das zeigt einmal mehr der aktuelle Knatsch zwischen den freien Kulturschaffenden und dem Generalintendanten Bernhard Helmich.

Es geht halt auch in der Oper nicht immer um hohe Kultur, sondern um ganz profane Dinge - wie vor allem um den schnöden Mammon. Um den die freie Szene hart kämpfen muss, sind die öffentlichen Gelder für sie bekanntlich nur spärlich bemessen. Deshalb kann man den Ärger von Springmaus-Chef Andreas Etienne nur allzu gut verstehen.

Okay, der Intendant ist Hausherr in der Oper und kann letztlich entscheiden, was in seinem Haus stattfindet und was nicht. Zu begrüßen ist es jedenfalls, dass er wie sein Vorgänger Klaus Weise die Oper an vorstellungs- oder probenfreien Tagen nicht einfach dunkel lässt, sondern sie der freien Kultur zur Verfügung stellt. "Quatsch keine Oper" ist ohne Frage eine tolle Reihe und hat den Kulturtempel für eine Klientel geöffnet, die ansonsten das Gebäude am Boeselagerhof vielleicht niemals betreten hätte.

Trotzdem: Es geht einem nicht in den Sinn, dass eine - inzwischen in Berlin sitzende - Veranstalterin ihren Bonner Kollegen (die sich untereinander ja auch nicht immer so grün sind, wie es nach außen scheint)in einem von öffentlichen Geldern subventionierten Theater sagen kann, wo es lang geht. Das stellt die Dinge auf den Kopf. Höchste Zeit, dass der Kulturdezernent sich bei dem Theater um die Oper der Sache annimmt. Im Grunde ist das auch eine Angelegenheit für die Kulturpolitiker. Gerade vor dem Hintergrund, dass ab Ende 2016 die Beethovenhalle vorübergehend ausfällt, muss eine für alle akzeptable Lösung auf den Tisch.