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Gemeinschaftskrankenhaus Bonn: Initiative verwirklicht Krebspatientin einen Traum

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn : Initiative verwirklicht Krebspatientin einen Traum

Samantha darf sich auf eine Woche Familienurlaub an der holländischen Nordsee freuen; zusammen mit ihren Eltern, der fünfjährigen Schwester Stefania und natürlich Bello geht es in einen Center-Park. Die Krebspatientin bekommt damit einen Traum verwirklicht.

Bello darf natürlich auch mit: Die kleine Samantha saß bei der Spendenübergabe für ihre Reise zunächst noch ein wenig ängstlich in ihrem Rollstuhl und presste den weiß-braun gescheckten Plüschhund fest an sich. Samantha leidet an einem Hirntumor. Ihr Rollstuhl und der Mundschutz, den sie gegen mögliche Infektionen noch tragen muss, sind die Folgen der Behandlung.

Möglich gemacht hat den Urlaub die Initiative von Marga Schmitz: Insgesamt 1500 Euro hat die ehemalige Mitarbeiterin des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn eingesammelt, um den großen Traum der kleinen Patientin wahr werden zu lassen, und die übergab sie Mutter und Tochter gestern Mittag im Foyer des Hauses. "Nach der Operation geht es Samantha den Umständen entsprechend gut", erklärt Mutter Doris Stanelli. "Jetzt muss sie noch die Chemotherapie absolvieren und danach geht es dann nach Holland", freut sich die Mutter.

Marga Schmitz erhielt Bundesverdienstkreuz

Für Marga Schmitz ist solch ein Engagement nichts Außergewöhnliches. Vor zwei Jahren hat sie für ihren Einsatz sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Die gelernte Einzelhandelskauffrau arbeitete bis zu ihrem Ruhestand 2011 an der Information des Petrus-Krankenhauses, einem Haus des heutigen Gemeinschaftskrankenhauses. Bei den von ihr seit fast 20 Jahren mit großem Aufwand geplanten jährlichen Betriebsfesten führte sie regelmäßig eine große Tombola durch.

Mit den hohen Erlösen wurden unter anderem die Kinderonkologie der Universitätsklinik Bonn, das Therapiezentrum für behinderte Menschen in Bonn sowie das "Haus Combüchen" in Bergisch Gladbach, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Autismus, unterstützt. Als freigestellte Vorsitzende der Mitarbeitervertretung half sie außerdem insbesondere ihren erkrankten und behinderten Kollegen weit über ihre Pflichten hinaus bei beruflichen und privaten Problemen. "Ich habe während meiner aktiven Zeit insgesamt 300 000 Euro gesammelt", berichtete die rührige Ex-Empfangsdame. "In 25 Jahren und verteilt auf viele kleine Einzelprojekte."

Unternehmer-Paar stockt Spende auf 1500 Euro auf

Auch dieses Mal begann ihr Engagement wieder bei der Betriebsfeier: Dort machte sie ihre ehemaligen Kollegen auf den Wunsch der kleinen Samantha aufmerksam und 500 Euro kamen noch am selben Abend zusammen. Durch einen Zufall entstand dann noch der Kontakt zu dem Immobilien-Unternehmer-Paar Katharina Luise und Christian Windisch aus Bonn. Die beiden wollten gerne auf direktem Weg Geld spenden und die Aktion für Samantha und ihre Familie kam da genau zur rechten Zeit. "Ich wollte gerne der gesamten Familie den Urlaub ermöglichen und habe daher mit meiner Frau den Betrag auf 1500 Euro aufgestockt", so der Unternehmer.

Auch Christoph Bremekamp ist begeistert über das Engagement: "Die Geschichte der kleinen Samantha hat uns so sehr berührt, dass alle Mitarbeiter bereit waren, spontan bei der Betriebsfeier zu spenden", so das Direktoriumsmitglied des Krankenhauses. "Und falls noch etwas Geld fehlen sollte, werden wir gerne den fehlenden Betrag übernehmen."