Bonn: Stadt gestaltet Wegekreuz in Dottendorf um

Bepflanzung für das Wegekreuz : Stadt gestaltet Schandfleck in Dottendorf um

Die Stadt will den ehemaligen Schandfleck in Dottendorf zu einem reizvollen Treffpunkt umgestalten. Schon seit längerer Zeit soll das historische Wegekreuz bepflanzt werden.

Die Straßenecke Stephanstraße/Kessenicher Straße im Ortsteil Dottendorf war lange ein Schandfleck, teils sogar eine richtige Müllkippe. Der Plan, den Platz rund um das historische Wegekreuz von 1741 schön zu gestalten und zu bepflanzen, lag schon länger im Amt für Stadtgrün – jedoch haperte es auch hier zunächst an der Finanzierung. Gerodet wurde das Grundstück bereits im vergangenen Jahr, im Dezember fand nun innerhalb von zwei Wochen die Umgestaltung statt, die das Amt für Stadtgrün nun vorstellte.

„Wir haben versucht, auch die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger einfließen zu lassen“, so Ulrich Pacyna, Gartenbaumeister bei der Stadt, der sich um den Bezirk Dottendorf kümmert. Zwei Sitzbänke links und rechts vom historischen Steinkreuz laden zum Verweilen ein, geschützt durch eine mittelhohe Eibenhecke. So will man dem Wunsch nach Sitzgelegenheiten nachgehen, zugleich aber auch auf die Sorge der Bewohner reagieren, dass die schön gestaltete Ecke zu einem nächtlichen Treffpunkt lärmender Jugendlicher wird.

Hortensien rahmen Straßenecke ein, Mahonien für Vögel und Insekten

Bei der Bepflanzung hat Pacyna eine Mischung aus „etwas für das Auge“ und besonders nachhaltigen Pflanzen ausgewählt: Hortensien rahmen die Straßenecke ein, Mahonien sind wiederum gut für Vögel und Insekten. Auch die 250 verwildernden Blumenzwiebeln im vorderen Beet dürften im Frühjahr eine Einladung für Insekten sein. Die drei Weißdorne, die die gefällten Bäume, die in der Vergangenheit bereits Schäden bei Straße und Wasserrohren verursacht haben, ersetzen, sind wiederum durch ihre roten Apfelfrüchte im Winter wichtige Nahrungsquellen für Vögel und nicht minder wichtig für Schmetterlinge.

Auch bei den neu verlegten Pflastersteinen setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit, wie Ute Odenthal berichtet: „Wir haben an dieser Stelle Natursteine verlegt, die wir an anderer Stelle herausgenommen haben. Sie sind also auch recycelt. Solche Materialien wie Natursteine werden bei uns grundsätzlich nicht entsorgt, sondern an anderer Stelle wiederverwendet.“ Die beiden Mitarbeiter des Amts für Stadtgrün hoffen nun, dass die liebevoll geplante Ecke rund um das historische Wegekreuz ab den ersten Sonnenstrahlen auch von den Bürgern gut angenommen wird und vor allem unbeschadet von Vandalismus bleibt. „Binnen zwei Wochen nach Fertigstellung waren zum ersten Mal die Bänke beschmiert“, weiß Odenthal zu berichten. In diesem Jahr wird abschließend das historische Kreuz mit der Darstellung der fünf Wundmale Christi restauriert.

Gestiftet wurde es 1741 von den Eheleuten Christianus Weinreiss und Anna Schleiff, alteingesessenen Dottendorfern, und stellte eine der Ortsgrenzen des Stadtteils dar. Schon jetzt freuen sich die Bewohner, dass es wieder besser zur Geltung kommt – die Kerze am Kreuz brennt immer und wird wie von selbst ersetzt.