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Kommentar zur Situation in den Kindergärten: Auf Kante genäht

Kommentar zur Situation in den Kindergärten : Auf Kante genäht

Familien haben keine schlagkräftige Lobby. Vor allem dann nicht, wenn es um das Thema Betreuung in Kitas geht, meint GA-Mitarbeiterin Ebba Hagenberg-Miliu.

Inzwischen aber auch in Bonn protestierende „Eltern in der Krise“ von der Landesregierung, Kitas wieder zeitnahe für „alle Kinder“ und nicht nur für „vereinzelte Gruppen“ zu öffnen.

Was zu verstehen ist: Zahlreiche Erziehungsberechtigte sehen sich angesichts der pausenlosen beruflichen und familiären Belastung in der Corona-Krise am Ende ihrer Kräfte. Und auch die Kinder leiden darunter, dass sie nicht oder nur begrenzt mit ihren Erzieherinnen und Freunden zusammen sein dürfen. Die Kita-Frage muss also von der Politik in Absprache mit allen Beteiligten verantwortungsvoll gelöst werden.

Seit dieser Woche sind nun neue Weichen gesetzt: Nachdem ab nächsten Donnerstag alle Vorschulkinder wiederkommen dürfen, stellt der Minister im Juni eine weitere Öffnung der Kitas in Aussicht. Er will das in Kürze erläutern. Man darf gespannt sein. Denn nicht nur die berechtigten Wünsche der Eltern, sondern auch die Bedenken der Träger und Erzieher wollen berücksichtigt werden.

Die Finanzierung, das Raumkonzept und der Personalschlüssel der Einrichtungen, in denen unsere Kinder wichtige Prägungen erfahren, sind nämlich seit vielen Jahren sträflich auf Kante genäht. Das rächt sich genau jetzt in der Pandemie, in der weitreichende Vorsichtsmaßregeln eingehalten werden müssen. Kinder bis sechs Jahre kann man letztlich nicht auf Abstand betreuen.

Erst müssen also praktikable und gut durchdachte Öffnungslösungen her. Und dann ist es an der Zeit, endlich mehr in die für unsere Gesellschaft so wichtige Kita-Betreuung zu investieren. Wenn nicht jetzt, wann dann.