Schilder-Streit um Matthäikirche in Duisdorf

Schilder-Streit um Matthäikirche in Duisdorf

Die Verwaltung will den Beschluss der Bezirkspolitiker, einen Hinweis aufzustellen, nicht umsetzen.

Zwischen Hoffen und Bangen - so war die Gefühlslage von Evelyn Bischoff am Dienstagabend. Die Presbyterin der Matthäikirche saß im Ratssaal in Duisdorf und verfolgte in der Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg die erneute Diskussion um ihren Bürgerantrag.

Eigentlich hatten die Politiker in der Dezember-Sitzung einstimmig gegen den Willen der Verwaltung beschlossen, dass an der Kreuzung Schieffelingsweg/Gutenbergstraße ein Hinweisschild zur Kirche aufgestellt werden soll. Grund: Das evangelische Gotteshaus liegt in einer Sackgasse und ist von der Hauptstraße kaum erkennbar. Ortsfremde benötigen ein Navigationsgerät, um die Matthäikirche zu finden.

Die Stadtverwaltung teilte den Politikern jetzt kurz und knapp mit, dass sie den Beschluss nicht umsetzen wird, weil das Hinweisschild nicht den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung entspreche.

Die Stadt weise seit Jahren nur noch auf Ziele mit übergeordneter Bedeutung hin, um einen Schilderwald in Bonn zu vermeiden. Wegen der Gleichbehandlung aller Antragsteller werde der Beschluss der Bezirksvertretung Hardtberg nicht umgesetzt.

Über alle Parteigrenzen hinweg hagelte es Kritik

Über alle Parteigrenzen hinweg hagelte es Kritik gegen diese Haltung. Horst Geudtner (SPD) erinnerte daran, dass entlang des Konrad-Adenauer-Damms zahlreiche Hinweisschilder auf öffentliche Einrichtungen zu finden sind. "Ich werde den FDP-Stadtverordneten Joachim Stamp fragen, wie er das damals in Röttgen erreicht hat, dass dort ein Hinweisschild für die Thomaskirche platziert wurde", so Geudtner.

Nachdem die Diskussion festgefahren war, schlug Christoph Schada (CDU) vor, statt eines großen weißen Hinweisschildes ein kleines braunes Schild von der städtischen Tourismusbeschilderung anzubringen. Diese Idee will die Verwaltung nun prüfen. Der Vertreter der Stadt machte den Politikern und der Presbyterin Hoffnung, dass diese Art der speziellen Beschilderung zulässig sein könnte. Außerdem verhandelt die Stadt mit Nachbarn darüber, ob nicht auf Privatgelände ein Schild aufgestellt werden könnte.

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