Neubürger von der Grünen Mitte beschweren sich über Verkehrssituation

Neubürger von der Grünen Mitte beschweren sich über Verkehrssituation

"Wir wollen erst die Bebauung des Wohngebiets abschließen." Die Aussage des CDU-Bezirksverordneten Bert Moll machte den Anwohnern der Grünen Mitte, die am Samstag zum Rundgang mit Kommunalpolitikern zusammenkamen, wenig Hoffnung, dass man sich schnell um ihre Belange kümmern wird.

Die haben mit der Verkehrssituation vor allem an der Lessenicher Straße zu tun und sind laut Wolfgang Groß, Bewohner Im Grünen Winkel, dringend in Angriff zu nehmen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

Er hatte in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Verkehrsclubs (VCD) Bonn/Rhein-Sieg/ Ahr den Rundgang initiiert und erläuterte die Anliegen, mit denen die Anwohnerschaft der Grünen Mitte auch schon einige Anträge an die Bezirksvertretung formuliert hatte. Besonders wurmt die Bewohner, dass entlang der Lessenicher Straße auf der Seite des Neubaugebiets kein Fußweg eingeplant wurde. Sie wollen zumindest einen Fußgängerüberweg zum Bürgersteig auf der anderen Straßenseite.

Dort müssten außerdem die Poller dichter gesetzt werden, um die Sicherheit der Fußgänger zu verbessern. "Das ist ja auch ein Schulweg", merkte eine Anwohnerin an. Besser sei es aber, den Fußweg, der jetzt vom Burgweiher nur bis zum Bahnübergang geht, weiterzuführen bis zum Grünen Winkel. Der Platz dafür zwischen Parkplätzen und dem ersten Grundstück wäre theoretisch vorhanden.

Neben Verbindungswegen zwischen Lessenicher- und Bahnhofstraße, Bordsteinabsenkungen und dem Ruf nach der Bahnhaltestelle Helmholtzstraße war auch der Bahnübergang an der Lessenicher Straße Thema. Aufgrund einer einheitlichen Schaltung für die Schrankenschließung wartet man auf Züge aus Bonn nur etwa 30 Sekunden, auf die aus Euskirchen aber drei bis vier Minuten, da sie erst am Bahnhof Duisdorf halten - trotzdem ist der Übergang dann schon dicht, die Autos stauen sich gerade im Berufsverkehr in beiden Richtungen, wie eine Bewohnerin berichtete.

"Die Bahn hat sich da für eine billige Lösung entschieden", sagte Groß. Und das Unternehmen wolle auch nichts ändern, so Moll. Unverständnis äußerten die Anwohner auch für die Tatsache, dass die Tempo-30-Zone von der Grünen Mitte aus gesehen vor dem Bahnübergang endet und dahinter eine neue beginnt. Das motiviere Autofahrer dazu, aufs Gas zu treten. Generell werde die Geschwindigkeitsbegrenzung an der Lessenicher Straße zu oft missachtet.

Auch eine verkehrsberuhigte Zone in der Grünen Mitte wurde angeregt, da die vielen Familien mit kleinen Kindern gerade wegen des Nachwuchses öfter mit dem Auto unterwegs seien. Explizit wolle man aber keine Erweiterung des Straßenraums für Kraftfahrzeuge, sagte Groß: Den rund 250 Familien im Neubaugebiet, die auf einer eigenen Homepage miteinander vernetzt sind, gehe es einzig um die Verbesserung der Sicherheit im Verkehr. Dazu wünschte er sich eine fraktionsübergreifende Unterstützung, die ihm die anwesenden Vertreter von CDU, FDP und Grünen auch zusicherten.

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