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Ordnungsamt entsorgt es „kurzfristig“: Dieses Schrottauto sorgt für Ärger in Duisdorf

Ordnungsamt entsorgt es „kurzfristig“ : Dieses Schrottauto sorgt für Ärger in Duisdorf

Anwohner in Duisdorf-Mitte sind empört über Müll und Verwahrlosung: An der Straße Am Burgacker steht ein Schrottwagen, darum liegen Abfälle. Die Stadt will den Wagen entsorgen lassen. Unterdessen wollen Politiker die Umgestaltung in diesem Bereich vorantreiben.

Egon Dittrich ist es leid. Jeden Tag fällt sein Blick auf das abgestellte Schrottauto im Zentrum Duisdorfs. Seit vergangenen Sommer steht der grüne Kleinwagen offenbar herrenlos an einem Haus an der Straße Am Burgacker und versperrt dazu noch Dittrichs Ausfahrt. Mehrmals sei er beim Ordnungsamt vorstellig geworden, und auch die Politik habe er auf den Schandfleck angespitzt. Bisher hat sich nichts getan. Auf Anfrage des General-Anzeigers teilt das städtische Presseamt mit, das Fahrzeug werde vom Ordnungsamt „kurzfristig“ entsorgt.

Bislang allerdings bietet sich nicht nur den Anwohnern ein eher abstoßender Anblick. Die Autotüren sind aufgebrochen und stehen offen, die Scheiben sind eingeschlagen. Laut Dittrich würden Jugendliche nachts im und um das Auto randalieren. Offenbar fühlten sich andere durch den Schrotthaufen ermuntert, ihren Müll, etwa Bauschutt, auch dort unerlaubt zu entsorgen.

CDU-Ratsherr Bert Moll, der bereits mehrfach auf den Zustand rund um den Bereich Am Burgacker hingewiesen hat, fordert erneut, dass „Verwahrlosung und Vermüllung im Bezirkszentrum Duisdorf entschiedener entgegengewirkt werden muss. Schlimm seien die Zustände auf der Rückseite des Parkplatzes der Firma Ümit und dem angrenzenden Gebäude sowie dem Grünstreifen hinter dem städtischen Parkplatz gegenüber der Feuerwache.

„Der Seitenstreifen Am Burgacker und das Gebüsch sind voller Müll, für den sich anscheinend weder Bonnorange noch das städtische Amt für Stadtgrün zuständig fühlen“, bemängelt Moll. „Diese Verantwortungslosigkeit muss sich ändern“ Schließlich handele es sich nicht um Niemandsland, die jeweiligen Eigentümer der Flächen – Stadt oder private – hätten die Pflicht, sich kümmern. „Soviel Müll in unserm Bezirkszentrum, das ist doch Wahnsinn. Was vermittelt das für einen Eindruck?“

Im Bereich des Autowracks liegt an mehreren Stellen Müll herum. Diesen Zustand wollen Anwohner nicht länger hinnehmen. Foto: Benjamin Westhoff

Moll: „Obwohl Anwohner auf das abgestellte Schrott-KFZ hingewiesen haben, ist bislang nichts passiert.“ Diese Art der Verwahrlosung gebe Anlass zur Sorge, dass dort weiterer Müll abgelagert werde. „Ein solcher Zustand ist nicht länger hinnehmbar.“ Die starke Rattenplage rund um die Parkplätze an der Straße Am Burgacker sei laut Moll eingedämmt. Wie berichtet, hatten Anwohner im Sommer vermehrt Ratten gesichtet. Die Verwaltung und das Team für Schädlingsbekämpfung habe die Anzahl der Tiere mit Fallen und Giftködern reduzieren können.

Ohnehin hat die Verwaltung für das Areal „Am Burgweiher/Am Burgacker“ seit Jahren einen Planungsauftrag, der im vergangenen September durch einen einstimmigen Antrag in der Bezirksvertretung noch einmal bekräftigt wurde. Nachdem die ehemalige Schamotte-Fabrik auf der gegenüberliegenden Straßenseite an die Kölngrund verkauft wurde und dort Wohnungen gebaut werden sollen (der GA berichtete), hat ein gemeinsamer Antrag von CDU, Grüne und FDP eine Rahmenplanung für das gesamte Areal in den Fokus gerückt. Es handele sich um das Herzstück Duisdorfs und solle daher nicht in Klein-Klein geplant werden, sondern in einem Stück.

Die SPD mahnt in diesem Zusammenhang auch die Berücksichtigung der Verkehrssituation an. Sowohl die Straße Am Burgweiher/B56 sowie Lessenicher Straße und Bahnhofsstraße seien stark frequentiert.

Bereits 2010 lagen Pläne auf dem Tisch, die Bereiche östlich und westlich der B56 besser miteinander zu verknüpfen, eine Verbindung zur Fußgängerzone zu schaffen und den öffentlichen Raum zwischen Villemombler und Derlestraße gestalterisch aufzuwerten. Für einen kontinuierlichen Verkehrsfluss waren drei Kreisel geplant. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch unter anderem am fehlenden Geld. Die Politik wartet nun auf neue Vorschläge zur Gestaltung des Bereichs.