Vom Flüsschen Madon bis an den Rhein: Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt feiert 50-Jähriges

Vom Flüsschen Madon bis an den Rhein : Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt feiert 50-Jähriges

Die Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt feiert 50. Geburtsag. Aus diesem Grund reist eine 80-köpfige Delegation von Mirecourt zum Freundschaftsfest nach Beuel.

Vier Tage lang – und zwar von Donnerstag, 9. Mai, bis Sonntag, 12. Mai, – wehen im rechtsrheinischen Stadtbezirk französische Fahnen. Grund dafür sind die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt. Die Bezirksverwaltungsstelle Beuel – allen voran die bei der Stadt Bonn für die Städtepartnerschaft zuständige Elke Kiesel – und der Vorstand des Partnerschaftskomitees haben für die Bürger beider Orte ein Festprogramm mit vielen Höhepunkten vorbereitet. Aus der Vogesenstadt wird eine 80-köpfige Delegation unter Leitung von Mirecourts Bürgermeister Yves Séjourné erwartet.

1964 fand der legendäre Kirchenglockentausch statt

Die Freundschaft zwischen der kleinen Vogesenstadt und Beuel zählt nach Aussage beider Partnerschaftskomitees zu den Vorzeigebündnissen zwischen Deutschland und Frankreich. Die besondere Geschichte dieser Städtepartnerschaft basiert auf ihrem Ursprung: 1964 fand der mittlerweile legendäre Kirchenglockentausch zwischen beiden Städten statt, an dem auch der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer teilgenommen hat.

Nach Ansicht von Klaus Ebert, Vorsitzender des Beueler Partnerschaftskomitees, spielt Bonn bei dem Thema Aussöhnung eine besondere Rolle: „Seit Charles de Gaulle im September 1962 mit seinem vom Balkon des Bonner Rathauses getätigten Spruch 'Vive l'amitié franco-allemande' die deutsch-französische Freundschaft praktisch begründet hat, kann man Bonn sicherlich als eine Wiege dieser Freundschaft bezeichnen.“

Um das Jubiläum entsprechend zu würdigen, wird es ab Samstag, 11. Mai, neben der Mirecourt-Straße auch einen Mirecourtplatz in Beuel geben. Das besonders in den Sommermonaten gut besuchte Rondell am Hans-Steger-Ufer wird um 11 Uhr von den beiden Bürgermeistern auf diesen Namen getauft. Eine Gedenktafel wird dort aufgestellt, die in beiden Sprachen über die Städtepartnerschaft informiert.

Musikalisch eingerahmt von den Hymnen Deutschlands, Frankreichs und Europas, die von der Musikkapelle „Harmonie Mirecourt“ gespielt werden, werden der Beueler Bezirksbürgermeister Guido Déus, der Mirecourter Bürgermeister Yves Séjourné, der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan, der Leiter des Institut Français Bonn, Landry Charrier, der Europa-Abgeordnete unserer Region, Axel Voss, und der Europa-Minister des Landes NRW, Stephan Holthoff-Pförtner, Grußworte sprechen und an den durch das Partnerschaftskomitee Beuel-Mirecourt errichteten Fahnenmasten zum ersten Mal feierlich Fahnen mit den Wappen der beiden Partnerstädte, der Bundesstadt Bonn sowie den Flaggen von Deutschland, Frankreich und Europa hissen.

Nach diesem feierlichen Moment wird es nachmittags wieder bunt und fröhlich: Von 14 bis 22 Uhr steigt auf dem Vorplatz des Beueler Rathauses ein großes deutsch-französisches Freundschaftsfest. Alle Bürger sind eingeladen, gestärkt von den französischen und rheinischen Köstlichkeiten gemeinsam mit den Gästen aus der Partnerstadt zu dem Bühnenprogramm mit Bands aus Frankreich zu tanzen und feiern. Auch diejenigen, die kein Französisch sprechen, werden merken, dass sie auf Französisch singen können, wenn nachmittags das „Laurent Chevalier Trio“ zum gemeinsamen Mitsingen einlädt.

Weiter geht es mit „Geraldine Desmarchelier und Band“ und dem Bläserensemble „Harmonie Mirecourt“, bevor dann abends die in Frankreich bekannten Bands „Carbone Etoile“ und „Edouard Edouard“ den musikalischen Abend schließen.

„Diese Städtepartnerschaft bedeutet eine aktive Pflege von Frieden und Freundschaft über Ländergrenzen hinweg. Frieden und Freundschaft sind leider auch nach mehr als 70 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht selbstverständlich“, sagte Klaus Ebert in einem Gespräch mit dem GA. Bereits vor der Ankunft der Franzosen am Freitag in Beuel können sich alle Beueler auf das Wochenende einstimmen, denn bereits ab Donnerstag, 9. Mai, ist der Beueler Rathausvorplatz für alle Freunde der französischen und rheinischen Lebensart die richtige Adresse: Am Donnerstag und Freitag, jeweils von 10 bis 19 Uhr, sowie am Samstag von 10 bis 22 Uhr ergänzen sich ein französischer Markt mit seinen kulinarischen Spezialitäten und ein rheinischer Imbiss nebst passenden Getränken zu einem deutsch-französischen Ensemble und laden zum entspannten Genießen und Verweilen ein.

Zweisprachige Andacht inder Doppelkirche

Da die Geschichte der Städtepartnerschaft mit der Rückkehr der Glocke „Maria und Magdalena“ in den Kirchturm der Doppelkirche Schwarzrheindorf begann, ist am Freitag eine zweisprachige Andacht in dieser Kirche für die französische Delegation, ihre Beueler Gastgeber und Mitglieder des Beueler Partnerschaftskomitees auch der Auftakt zu diesem Wochenende. Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus und der Bürgermeister von Mirecourt gestalten die Andacht persönlich mit. Zu dem sich anschließenden fröhlichen Abend auf dem Rheinschiff MS Beethoven werden die Mirecourter vom Beueler Partnerschaftskomitee eingeladen.

Bevor die Mirecourter am Sonntagnachmittag nach dem traditionellen Abschiedsessen, welches die evangelische Kirchengemeinde Nord in ihrem Gemeindezentrum ausrichtet, mit einem Reisesegen ausgestattet zurück nach Frankreich fahren, gibt es vormittags für alle Sportbegeisterten die Gelegenheit, um 10 Uhr bei dem Freundschaftsspiel auf dem erst am Vortag eröffneten Kunstrasenplatz in Schwarzrheindorf entweder die aus Mirecourt angereiste französische Equipe anzufeuern oder den Beueler Fußballern die Daumen zu drücken.

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