Foveaux-Häuschen im Ennertwald

Freier Blick in Richtung Drachenfels

Werner Bolz (l.) und seine Mitstreiter freuen sich über den freien Blick auf den Drachenfels, den Stephan Schütte (r.) und Bernd Sommerhäuser (2.v.r.) vom Forstamt ermöglicht haben.

KÜDINGHOVEN. Es war nicht nur die tiefstehende Sonne, die die Gesichter der Mitglieder des Bürgervereins Küdinghoven strahlen ließ: Wofür sie 20 Jahre lang gekämpft haben, ist endlich wahr geworden.

Vom Foveaux-Häuschen auf dem Plateau des Ennerthangs ist der Drachenfels zu sehen. Das Regionalforstamt hat dort Bäume gefällt, um die Sichtachse freizumachen. "Wir sind dafür sehr dankbar", sagte Werner Bolz, Vorsitzender des Bürgervereins Küdinghoven.

Das Foveaux-Häuschen, ein altes Gemäuer mit Dreiecksgiebel, wurde 1992 vom Bürgerverein Küdinghoven renoviert. Erbaut hat es 1820 der Kölner Tabakfabrikant Heinrich Josef Foveaux, der am Rhein einen Sommersitz hatte. Dort hätten Wanderer und Studenten zur Zeit der Rheinromantik am westlichen Plateau des Ennert gesessen und den Blick auf das Siebengebirge und ins Rheintal genossen. "Ohne dieses freien Blick erfüllt das Bauwerk nicht seinen Zweck", sagte Werner Bolz. Denn der Wald sei damals regelmäßig abgeholzt worden und die Bäume gar nicht so hoch gewachsen.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg habe es einen Kahlschlag gegeben, weil Heizmaterial dringend benötigt wurde. Doch nach der Renovierung 1992 seien die Wipfel so hoch geschossen, dass ein Ausblick nicht mehr möglich war.

Erklärtes Ziel des Bürgervereins war es eigentlich, die Sichtbeziehung zum Siebengebirge, Rheintal und Wachtberger Ländchen wiederherzustellen. Die jetzige schmale Schneise zum Drachenfels hin sei also ein "wunderbarer Kompromiss", sagte Stephan Schütte, Fachgebietsleiter Staatswald im Forstamt Rhein-Sieg-Erft. "Wir müssen immer sowohl die Erholungsfunktion, den Naturschutz und die Holzproduktion gleichermaßen im Auge behalten."

Gemeinsam mit Revierförster Bernd Sommerhäuser war er zum Ortstermin mit dem Bürgerverein gekommen, um das Ergebnis zu begutachten. In zwei Schritten seien insgesamt auf rund 1000 Quadratmetern etwa 50 Bäume, hauptsächlich junge Ahorne und Buchen von 30 Jahren, gefällt worden. Ziel sei es, die Sichtschneise auch zukünftig zu erhalten, sagte Schütte. Diese Zusage nahm Vorsitzender Werner Bolz gleich zum Anlass, einen weiteren Ortstermin für den Sommer anzuberaumen.