Wohngebiet Am Sonnenhang: Stadt soll Kanaleinläufe prüfen

Wohngebiet Am Sonnenhang : Stadt soll Kanaleinläufe prüfen

Weil es im Wohngebiet "Am Sonnenhang" wiederholt zu Überschwemmungen durch Regenwasser gekommen ist, haben sich Anwohner jetzt mit einem Bürgerantrag an die Verwaltung gewandt. Sie glauben, dass das Kanalsystem nicht richtig funktioniert und fordern von der Stadt, das zu überprüfen und wenn nötig Korrekturen vorzunehmen.

Zuletzt war Regenwasser im Juni des vergangenen Jahres in die Häuser der Anlieger eingedrungen. Das schwere Unwetter habe "Am Sonnenhang" zum Teil erheblichen Sachschaden verursacht, heißt es in dem Antrag, den zehn Anwohner unterzeichnet haben. Problematisch sei die Situation vor allem in den Straßen "An der Siebengebirgsbahn" und "Am Alten Rheinarm".

Dabei ist das Wohngebiet, das auf der Grenze zwischen Kündinghoven und Ramersdorf liegt, noch recht jung. Erst 2007 zogen dort die ersten Familien in ihre neu gebauten Häuser. Weil das Neubaugebiet sich im Bereich des einstigen Rheinarms befindet, ist der Grundwasserspiegel dort relativ hoch.

Allerdings ist laut Antrag nicht das Grundwasser das Problem. Den Anwohner sei aufgefallen, heißt es in dem Bürgerantrag, dass sich Regenwasser auch außerhalb von Starkregenereignissen in den Straßen des Wohngebietes sammelt, anstatt in die Kanalisation abzufließen - und zwar neben den Einläufen. Dadurch bildete sich Pfützenwasser, die sich bei Starkregen schnell ausbreitete und sich beispielsweise über Lichtschächte seinen Weg in die Häuser bahne.

Für Jahrhundert-Regenereignisse könne man nicht planen, sagte Hans Herschel vom Tiefbauamt. Bei der Planung von Baugebieten sei die Ableitung von Starkregen daher bisher nicht berücksichtigt. Zu möglichen Veränderungen durch den Klimawandel würden zudem noch keine Erfahrungswerte und Standards vorliegen. Abgesehen davon seien aber alle Abflüsse "Am Sonnenhang" an Tiefpunkten gesetzt worden und der Kanal völlig ausreichend dimensioniert, sagte Herschel.

Dem widersprach Anwohner Martin Eßer: "Das Regenwasser läuft nicht in das dafür vorgesehene Loch." Auch bei durchschnittlichen Regenfällen bildeten sich Pfützen - und zwar nicht dort, wo die Kanaleinläufe sich befänden. "Es ist offensichtlich, dass an den tiefsten Stellen gerade kein Ablauf ist." Deshalb wollen die Anwohner, dass die Stadt die Ablaufsituation prüft und wenn nötig korrigiert.

Und auch für Starkregen müsse ein Szenario her. "Wir schlagen vor, für einen solchen Fall den Spielplatz als Überlauf zu nutzen - der läuft bei Regen ohnehin voll", sagte Eßer. Zwar sei der Spielplatz der tiefste Punkt des Geländes. Doch bislang könne das Wasser nicht abfließen und in der dortigen, unversiegelten Fläche versickern, weil die Wege zum Spielplatz hin nicht abschüssig seien.

Politiker aller Couleur sprachen sich in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Beuel dafür aus, zu überprüfen, ob es nicht doch Fehler bei der Planung des Kanalsystems gegeben habe. Die Verwaltung sagte außerdem zu, Fördermöglichkeiten zu prüfen, um das Wohngebiet als Musterprojekt heranzuziehen. So könnten Auswirkungen von Starkregen und Klimaveränderungen simuliert und die Planungen entsprechend angepasst werden.

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