Jugendmeisterschaft im Maritim-Hotel: Köche müssen mit Geschmack, Optik und auch mit Wissen punkten

Jugendmeisterschaft im Maritim-Hotel : Köche müssen mit Geschmack, Optik und auch mit Wissen punkten

Bei der Jugendmeisterschaft im Gastgewerbe müssen die Köche nicht nur mit Geschmack und Optik punkten. Im Maritim-Hotel ist am Donnerstag die regionale Jugendmeisterschaft der gastgewerblichen Ausbildungsberufe gestartet.

Im Maritim-Hotel lagen zwischen An- und Entspannung Meilen. Schon am frühen Vormittag starteten am Donnerstag jeweils zehn Bonner Auszubildende aus der Küche, dem Hotelfach und dem Restaurantfach ihre Vorbereitungen, um am Abend knapp 100 Gästen unter dem kritischen Blick einer Fachjury ein perfektes Prüfungsessen zu präsentieren. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte zu den regionalen Jugendmeisterschaften der gastgewerblichen Ausbildungsberufe geladen, gemeinsam mit dem Bonner Club der Köche, dem Fachverband der Hotel- und Gaststättenangehörigen "Schwarz-Weiß" und dem Robert-Wetzlar-Berufskolleg. Die Auszubildenden sollten sich im Rahmen des Wettbewerbs ihrer ersten praktischen Prüfungssituation stellen.

Einige Wochen zuvor hatte der Gastronomienachwuchs bereits eine theoretische Prüfung abgelegt - nur die jeweils zehn besten Prüflinge durften nun auch praktisch ran. "Wir haben abgefragt, ob die künftigen Köche, Restaurant- und Hotelfachleute ein breites Wissen mitbringen. Bei den Köchen wurden nicht nur Fragen zur Warenkunde gestellt, sondern auch zum mathematischen Dreisatz. Die Restaurantfachleute sollten zudem über ein gutes Wissen im Bereich der Allergene verfügen, das einen hohen Stellenwert beim Gast einnimmt", beschrieb Christoph Becker, Geschäftsführer der Dehoga Nordrhein, die theoretische Prüfung.

Für das Prüfungsessen durften die Köche ihr Vier-Gänge-Menü selbst zusammenstellen. Einzige Bedingung: Ein fester Warenkorb, der gewisse Zutaten vorschreibt. "Es gibt bestimmte Produkte, die die Köche verwenden müssen. Das schließt die vielfältigen Möglichkeiten der kulinarischen Komposition aber nicht aus", erklärte Thilo Clarenz vom Club der Köche. So könnten Kartoffeln etwa als Püree, aber auch als Gratin zubereitet werden.

Einsatz von Energieressourcen immer wichtiger

Die Jury setzte sich großteils aus Fachleuten der Industrie- und Handelskammer zusammen, guter Geschmack und schöne Optik waren nur ein Kriterium für eine gute Bewertung. "Die Kritik der Küche erfolgt nicht nur geschmacklich. Auch den Umgang mit den Lebensmitteln bewerten die Juroren. Einen immer größeren Stellenwert nimmt zudem der restriktive Einsatz von Energieressourcen, etwa im Hinblick auf die sinnvolle Benutzung des Ofens, ein", erklärte Clarenz.

Vom Eindecken der Tische im Speisesaal bis zum Tranchieren des Geflügels für den Hauptgang. Keine Sekunde ließen die Juroren die Auszubildenden aus den Augen - eine einmalige Möglichkeit, noch einmal für die Abschlussprüfung im Frühjahr zu üben. "Den Teilnehmern steht ihre Meisterprüfung noch bevor. Hier können sich die Teilnehmer also schon einmal austesten", erklärt Becker und fügt hinzu: "In der Meisterprüfung müssen die Köche dann nur ein Drei-Gänge-Menü kochen, im Wettbewerb ist der Aufwand also noch etwas höher." Während die Köche die Pfannen schwenkten, deckten die Restaurantfachleute die Tische und bereiten Cocktails vor. Die Kreation des Blumengestecks und der Empfang der Gäste oblagen den Auszubildenden im Hotelfach.

Ob der gesammelten Erfahrung und der Möglichkeit, im großen Rahmen für ihre Familien und Gäste aus der Bonner Wirtschaft und Politik zu kochen, profitierten alle Teilnehmer von den Jugendmeisterschaften. Die Besten unter ihnen wurden mit Preisen belohnt, von der Berlinreise bis zum Wellnesswochenende. Außerdem können sie an der Bundesmeisterschaft auf dem Petersberg in Königswinter teilnehmen.

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