Neues Grünflächenkonzept der Stadt Bonn: Grünflächen werden in Pflegeklassen eingeteilt

Neues Grünflächenkonzept der Stadt Bonn : Grünflächen werden in Pflegeklassen eingeteilt

"Vom grünen Tisch auf die grüne Wiese" trägt die Bonner SPD zurzeit im Rahmen mehrerer Veranstaltungen das neue Grünflächenkonzept der Stadt Bonn. So formulierte es gestern Abend Stephan Eickschen, SPD-Stadtverordneter und Sprecher im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz bei der Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Grünes Quartier - Grünes Bonn" im Nachbarschaftszentrum Pennenfeld.

Denn: "Leider wurden die Bürger zuvor nicht um ihre Meinung gebeten." Und: "Die Pflege der städtischen Grünanlagen ist heute nur Feuerwehrarbeit für die 266 Mitarbeiter des Grünflächenamtes", meinte Eickschen. Auf der anderen Seite sei die Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren sehr hoch.

Das neue Grünflächenkonzept ist Ergebnis einer Organisationsuntersuchung im Amt für Stadtgrün aus dem Jahr 2013. Vor dem Hintergrund der angespannten städtischen Haushaltslage soll durch das Konzept mit den vorhandenen und tendenziell geringer werdenden personellen und finanziellen Ressourcen das bestmögliche Ergebnis für die Bürger der Stadt erzielt werden. Ziel des Konzeptes ist es insbesondere, die Pflege neu zu organisieren und durch einheitliche Vorgaben Transparenz zu schaffen.

Dafür wurden alle über 2600 Park- und Grünanlagen, Spielplätze, Kindergärten, Schulen, öffentliche Gebäude und das Verkehrsgrün besichtigt, beurteilt und in Pflegeklassen eingeteilt, die sozusagen den Kern des Konzepts bilden. Festgelegt wurden dabei vier Pflegeklassen: Bei Gruppe A handelt es sich um Anlagen mit repräsentativem Charakter und stadtweiter Bedeutung, bei Gruppe B um Anlagen von regionaler Bedeutung, in Klasse C werden Grünflächen mit geringem Pflegeaufwand eingruppiert, und Klasse D beinhaltet Flächen, die nur bei dringendem Bedarf gepflegt werden.

In die Pflegeklasse A gehören im Stadtbezirk Bad Godesberg beispielsweise der Stadtpark, der Redoutenpark oder der Panoramapark in Rüngsdorf, wie Hillevi Burmester, SPD-Bezirksverordnete und stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, erläuterte. "Das Konzept bietet unter anderem Möglichkeiten festzustellen, welche Flächen Pflege brauchen", so Burmester. "Grünflächen müssen dem Bürger dienen", forderte im Rahmen der Diskussion ein Bürger.

Bei der Erarbeitung des Konzeptes ist auch ein detailliertes Grünflächeninformationssystem (GrIS) aufgebaut worden. "Die Stadtverwaltung will auch noch eine Bürgerinformation zum Thema durchführen", sagte Fenja Wittneven-Welter, Sprecherin der SPD-Fraktion im Bürgerausschuss.

Alle Flächen sind mit Pflegeklassen und den entsprechenden Pflegearbeiten in den digitalen Stadtplan der Stadt Bonn eingetragen und können auf www.bonn.de in der Rubrik "Stadtplan" eingesehen werden. Besonders warben die Veranstalter auch für die städtische Internetseite www.anliegen.bonn.de.

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