200.000 Euro Kosten: Kläranlage in Bad Godesberg muss saniert werden

200.000 Euro Kosten : Kläranlage in Bad Godesberg muss saniert werden

Die Bad Godesberger Kläranlage muss saniert werden. Das wird noch gut fünf Jahre dauern. Als nächstes steht die Sanierung der so genannten mechanischen Reinigungsstufe an.

Die Bad Godesberger Kläranlage ist – genau wie ihre Pendants in Bonn, Beuel und Hardtberg – in die Jahre gekommen. Mitte der 1990er Jahre, so beschreibt es Betriebsleiter Achim Höcherl, sei sie zwar komplett saniert worden. Ein gutes Vierteljahrhundert später aber müsse sie nun sukzessive erneuert werden. „Wir arbeiten vorbeugend“, betont Höcherl. Und prognostiziert, dass die Rundumerneuerung die Stadt die nächsten vier bis fünf Jahre beschäftigen wird.

Einige Arbeiten, so zum Beispiel an Belüftung und Gebläse, seien bereits abgeschlossen. Als nächstes steht die Sanierung der so genannten mechanischen Reinigungsstufe an – und zwar der Schaltschränke des Sandfangschiebers und des Frischschlammpumpwerks. Kosten: rund 200.000 Euro. Gibt der Bau- und Vergabeausschuss in seiner nächsten Sitzung am 19. September grünes Licht, starten die Arbeiten voraussichtlich Mitte November. Verläuft alles nach Plan, soll Anfang Februar alles fertig sein.

Allerdings gibt es einige Unwägbarkeiten. „Beim Tausch der Anlagenteile kann es passieren, dass ein altes Teilstück nicht mehr passt“, erklärt Höcherl. Soll heißen, dass dieses, obwohl es eigentlich noch bleiben könnte, ebenfalls ausgewechselt werden muss, weil es mit dem neuen nicht mehr kompatibel ist.

Doch wozu braucht man die Kläranlagen überhaupt? Ziel ist es, das Abwasser von Phosphor, Kohlen- und Stickstoff nahezu zu befreien, sagt Höcherl. So sorgten die Anlagen dafür, „dass die Bürger in einer luxuriösen Atmosphäre leben und das tolle Gefühl genießen dürfen, ohne Gestank am Rhein spazieren gehen zu können“. Auch, dass keine (unappetitlichen) Abfälle aus dem Abwasser in den Fluss gelangen, sei den Anlagen zu verdanken.

Reinigung in drei Stufen

Gereinigt wird in drei Stufen: mechanisch, biologisch und chemisch. Zunächst wird das Abwasser von großen Feststoffen befreit, danach werden kleinere wie Sand herausgesaugt und -geschoben. Gelöste Stoffe, die zwei Drittel der Verunreinigungen ausmachen, werden in der biologischen Reinigungsstufe entfernt.

Mikroorganismen fressen diese quasi auf – und wandeln sie in so genannten Belebtschlamm um. Dieser wird in der Nachklärung aus dem Abwasser entnommen. Weitere biochemische Reaktionen sorgen übrigens dafür, dass auch Stickstoff und Phosphor nahezu verschwinden.

Zuletzt stehen chemische Reinigung und Filtration auf dem Programm. Dabei wird der Rest-Phosphor durch zugegebene Salze gebunden und dann entzogen, auch die letzten feinsten Schwebeteilchen werden entfernt. Medikamentenrückstände verbleiben im Abwasser, so Höcherl. Es sei zwar technisch kein Problem, die Anlagen um diese vierte Reinigungsstufe zu erweitern. Bisher allerdings gebe es dazu keinen gesetzlichen Auftrag. Der aber sei für die Aufrüstung nötig, stellt der Betriebsleiter fest.

Insgesamt, so Höcherl, gibt es in Deutschland 9300 Kläranlagen. Zum Vergleich: Europaweit sind es 25.000 – die deutschen inklusive. Auf der Welt werden rund 25 Prozent des Abwassers gereinigt, in Deutschland sind es nach Angaben des Betriebsleiters 97,8 Prozent.

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