Nach Brandstiftung in Muffendorf: Polizei: Flüchtlingsunterkunft ist unproblematisch

Nach Brandstiftung in Muffendorf : Polizei: Flüchtlingsunterkunft ist unproblematisch

Die Ermittlungen zur Brandstiftung in der Landesunterkunft für Asylbewerber in Muffendorf dauern an. Die Bonner Polizei sieht die Unterkunft als „unproblematisch“ an.

Während die Staatsanwaltschaft Bonn noch zur Brandstiftung in der Landesunterkunft für Asylbewerber in Muffendorf ermittelt, hatten die albanischen Tatverdächtigen in einem Video selbst mögliche Motive genannt. Der 24-jährige mutmaßliche Brandstifter hatte am Montag über Deutschland, das System und seinen abgelehnten Asylantrag geschimpft, ein 19-Jähriger ihn dabei und beim Anzünden von aufgetürmten Gegenständen gefilmt.

In Muffendorf bringt die Bezirksregierung Köln hauptsächlich Flüchtlinge aus dem Balkan unter, deren Abschiebung als sicher gilt. Die Bezirksregierung führe keine Statistik zur durchschnittlichen Verweildauer der Bewohner in Muffendorf, wenn der Asylbescheid abgelehnt worden sei. Die Aufenthaltsdauer sei „unterschiedlich“, so Sprecher Dirk Schneemann. Bis zur Ausweisung fänden Grundbetreuung und Versorgung in der Einrichtung statt.

Die Bonner Polizei sieht die Unterkunft als „unproblematisch“ an. Zwar habe es im vergangenen Jahr 47 und in 2019 bislang 30 Einsätze vor Ort gegeben. „Es waren verschiedene Anlässe, zu denen unter anderem Ruhestörungen, Vollzugshilfen bei der Abschiebung, aber auch Körperverletzungen gehören. In Relation zur Größe der Einrichtung nichts Gravierendes“, so ein Polizeisprecher.

„Für abgelehnte Asylbewerber besteht die Möglichkeit, bei der Sozialen Beratung von Flüchtlingen zusätzliche Unterstützung wie eine Rückkehrberatung in Anspruch zu nehmen“, teilte Schneemann mit. Diese Leistung werde auch vor Ort durch die Zentrale Ausländerbehörde gewährleistet. Das Deutsche Rote Kreuz habe viele Angebote wie Sport, Kunst oder auch Deutschkurse.

„Zur psychosozialen Unterstützung gibt es eine hausinterne Psychologin, die in Muffendorf Sprechstunden anbietet“, sagt Schneemann. Spezielle Regeln bestünden für abgelehnte Asylbewerber bis auf die Residenz nicht. Wie viele Personen seit Anfang des Jahres von immer etwa 450 Bewohnern abgeschoben worden sind, kann Schneemann nicht sagen: „In den operativen Abschiebeprozess ist die Bezirksregierung nicht unmittelbar involviert.“ Dies sei Aufgabe der Ausländerbehörde in der Einrichtung.

Ob die Landesunterkunft an der Deutschherrenstraße nach Auslaufen des Mietvertrags Ende 2021 Bestand haben wird, ist noch unklar, so Schneemann. Das hänge von der Belegungskapazität der Landesaufnahmeeinrichtungen ab, was allerdings im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW entschieden werde.

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