Bad Goesberg: Gefragte Schwimmkurse der Freibad-Freunde Friesdorf

Bad Goesberg : Gefragte Schwimmkurse der Freibad-Freunde Friesdorf

Seit 20 Jahren bieten die Freibad-Freunde Friesdorf Anfängerkurse an. Die Kinder, aber auch ihre Eltern haben hohe Erwartungen. Die Kurse sind so gefragt, dass einigen Interessenten bereits abgesagt werden musste.

Planschen und im Wasser spielen, das will Maria. Und irgendwann auch schwimmen können. Deshalb macht die Vierjährige beim Schwimmkurs mit, den die Freibad-Freunde Friesdorf (FFF) zum 20. Mal organisieren. Während sie das Seepferdchen machen will, freut sich ihre Schwester Anna auf das Bronze-Abzeichen. Aber das ist natürlich kein Selbstläufer, dafür muss sie sich ordentlich anstrengen.

Und ein wenig Bibbern ist auch angesagt. Das Wasser, sagt Holger Stolarz von den FFF, werde zwar seit 6 Uhr morgens aufgeheizt und hat gemütliche 24 Grad Celsius, aber die Umgebungstemperatur lässt dieser Tage zu wünschen übrig. Aber auch bei Regen würden die Schwimmkurse stattfinden. Nass werde man ja sowieso, meint Stolarz. Und nach der Kurseinheit gibt es zum Glück auch warmen Kakao für alle Kinder, als Belohnung für die Anstrengung.

Der Kurs in Friesdorf ist eine schöne Tradition, die in den vergangenen Jahren ordentlich an Teilnehmern zugelegt hat. Da mussten Stolarz und Raimund Hoffmann, die den Lehrgang organisieren, in diesem Jahr schon einigen Interessenten absagen. „Wir füllen eine wichtige Lücke“, sagen sie. Bekanntlich geht die Zahl der Schulkinder, die schwimmen können, zurück.

„Die Erwartungshaltung der Eltern ist sehr hoch gesteckt“, so Sylvia Janicke von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft: „Du machst den Schwimmkurs und kriegst das Seepferdchen.“ Aber so einfach sei es nicht, das zeige die Zahl von 504 Menschen, die 2018 beim Baden ertrunken sind. „Da ist viel Fahrlässigkeit bei.“

"Kinder können sich nicht einschätzen"

Sie leitet die Kurse seit 17 Jahren. Das Seepferdchen sei noch keine Garantie, dass ein Kind schwimmen kann. Frühestens nach dem Bronzekurs seien die Mädchen und Jungen so sicher, dass man sie als Schwimmer bezeichnen könne. „Kinder können sich nicht einschätzen und haben ein anderes Gesichtsfeld.“

Was wäre die Lösung? Schwimmkurse schon in der Kindergartenzeit, meint Hoffmann, wenn die Kinder noch nicht an Stundenpläne gebunden sind. Oder in der Nachmittagsbetreuung der Grundschule. Dafür brauche man aber auch Platz in den Bädern und Fachpersonal.

„Ich finde es wichtig, dass ich weiß, dass meine Kinder sich über Wasser halten können“, sagt Miriam Henseler, Mutter von Anna und Maria. Über den Kurs habe sie Gutes gehört. Der wird erstmals vom Stadtsportbund gefördert. Das ist auch nötig, denn seit diesem Jahr müssen die Freibad-Freunde nicht nur die Schwimmlehrer bezahlen, sondern wegen der geänderten Gebührenordnung auch die Bahnen, die sie für die Kurse reservieren.

Das sind stolze 4500 Euro, mit denen der Verein gerne andere sinnvolle Dinge machen könnte. „Die Solaranlage auf dem Dach leckt, wir würden sie gerne erneuern“, heißt es. Und die Wasserpumpen seien ebenfalls alt. Der Verein werde, da er Kursgebühren verlange, als Unternehmen gesehen und zahle den vollen Preis. Dafür müssen die Kinder für den Kurs nicht noch extra Eintritt bezahlen. Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit der Stadt gut.

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